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Sauerstoff Mit dem Kalium Kali bildet, welches sich nun mit der Schwe»fclsäure zu schwefelsaurem Kali verbindet, und dessen Wasserstoff mit dem«jenigen Antheile Schwefel, welcher zur Bildung des ersten Schwefelfalium«erfoderlich ist, gasförmig entweichendes Schwefelwasserstoffgas erzeugt, wo-gegen der übrige gebunden gewesene Schwefel ausgeschieden wird, und alsSchwefelmilch zu Boden fallt. Ander« Chemiker nehmen an, baß dasSchwefelkalium nicht als solches im Waffer aufgelöst werde, sondern schonbei der Auflösung durch Zerlegung eines Antheils Wasser in hydrothionsau»res (schwefelwasserstoffsaures) Kali verwandelt werde, welche« Salz durchdie mächtigere Schwefelsäure zerlegt wird; es müßte dann aber nothwendigauch angenommen werden, baß es eben so viel« verschiedene Schwefelwasser«stoffsäuren gäbe, als es Verbindungsstufen zwischen Kalium und Schwefelgiebt. Die über dem niedergeschlagenen Schwefel befindliche Lauge enthältschwefelsaures Kali, zum 2heil neugebildetes, zum Theil auch schon frühervorhandenes, auch, je nach der befolgten Bereitungsweise, unterschweflig»saures Kali und SchwefelwasserstoffgcrZ; von allen diesen Stoffen muß derSchwefelniederschlag durch fleißiges- Auswaschen befreit werden.
Der Schwefelniederschlag ist ein zartes Pulver von eine« graulichwei-ßen ober graulichgelblichen Farbe; er ist geruch» und geschmacklos. Wirder geschmolzen, so entweicht etwas Schwefelwaffeiftoffgas, nach dem Erkal»ten nimmt er eine gelb« Farbe an, und wird zu gewöhnlichem Schwefel.Ucber die chemische Beschaffenheit dieses Präparats haben verschiedene Mei-nungen geherrscht. Man hat es früher bloß für einen höchst fein zertheil-ten Schwefel gehalten, der in diesem Zustande da« Licht anders breche undweiß erscheine. Nach Berthollet's Versuchen von 1790 wurde dieSchwefelmilch für Schwefel mit Wasserstoff gehalten, welche Annahme durchVersuche von Schi ad er (Gehlen's I. III. 1807. S. 166.), der beim Auf-lösen in Terpenthinöl keinen Wasserstoff daraus entwickeln konnte, und durchVersuche von Bucholz (Taschenb. f. 1808. S. 133.) widerlegt zu seynschien. Die Schwefelmilch wurde demnach bloß für höchst fein zertheiltenSchwefel gehalten, und dieser Ansicht ist auch Bisch off (Trommsd. I. d.PH. IX. 2. S. 147.) beigetreten. 100 Gran Schwefelmilch bis zumSchmelzen erhitzt erlitten bei Bucholz nur ^ Gran Verlust; bei Bi-schoff erlitt dieselbe nach dem Austrocknen unter der Luftpumpe keinenVerlust. Auch Schweikert (a. a. O.) behauptet, seinen Versuchen zu-folge, gegen welche aber Duflos (Brandes's Archiv XVII. S. 125.) nichtungcgründete Einwürfe gemacht hat, daß die Schwefelmilch nichts anderes,»l« ein höchst fein zertheilter Schwefel sey. Nach Berzelius ist derSchwefelniederschlag eine Verbindung von Schwefel mit einem geringen An-theile Wasserstoff, daher denn auch, wie vorhin erwähnt, beim Schmelzenetn»s Schwefelwasserstoffgas entweicht, welches, wenn die Schwefelmilchals ein Hydrat des Schwefels angesehen wird, sich erst durch Zersetzung desWassers bildet. Daß auch selbst der Stangenschwefel nach Berzeliuseinen kleinen AntyeU Wasserstoff enthält, ist bereits im 1. Th. S. 833