I^iHuor 8til)ii muiiatioi
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und trübt fich. Es riecht unangenehm scharf, und ist ein scharfes Aetzmit-tel. Nach einer Analyse von H. Rose besteht es aus 53,27 Antimon und,46,73 Chlor, ist demnach zusammengesetzt anzusehen aus 1 At. Antimon(-- 806,452) und 3 At. Chlor (-^ 663,975) erhält also die stöchiometri-sche Zahl 8>>ci' r^ 1470,427, woraus durch Rechnung 54,91 Antimonun» 45,19 Chlor a!s Bestandtheile in 100 gefunden werden.
Wenn das Antimonchlorid mit Wasser gemischt wird, so trennt sichdasselbe in ein saures austösliches Salz und in ein basisches sehr schwer auf»lösliches Salz, welches vormals Algarothpulver (pulvi« HlF»rotni) ge-ncnnt, wurde. Dasselbe wurde fast gleichzeitig von Algarothi und P a-racelsus im 16. Jahrhundert entdeckt und in den medicinischen Gebrauchgezogen. Jener nannte es englisches Pulver (pulvis unzlieu»), dieser Le>bensmercur (>lerourlu« vitae), und erst in der Folge wurde es Algaroth-»ulver genannt. Beim Verdünnen der Spießglanzbutter mit Wasser siel die-jcs Präparat nieder. Der Niederschlag erscheint anfangs in voluminösenZlocken und bildet ein weißes Pulver; bleibt derselbe einige Tage mit dersturen Flüssigkeit in Berührung, so verwandelt er sich in weiße silberglän-zende Blättchen und Nadeln. Wird dieses basische Salz getrocknet und inener Retorte erhitzt, so giebt es neutrales Salz (Antimonchlorid), welchesülerdestillirt, und Oxyd, das in der Retorte zurückbleibt. Es wird vonde» kohlensauren Alkalien zersetzt, welche das Chlor als Chlorwasserstoff-säure ausziehen, und das Antimon als kohlensöurcfreies Oxyd zurücklassen.Die Flüssigkeit, aus der das basische Salz sich niedergeschlagen hat, ist sauer,inden nämlich durch Zerlegung des Wassers Antimonoxyd, welches mit ei-nem Theile Antimonchlorid sich zu dem niederfallenden Algarothpulver ver»bindet, und Chlorwasserstoffsäure, welche sich mit einem andern Theile Anti-monchl'rid zu einem leicht auslöslichen Salze vereinigt, gebildet werden.Nach cndern Ehemikern wird das Antimonchlorid durch Wasser völlig inAntimmoxyd und Chlorwasserstoffsäure umgewandelt, welche nun ein sauresund ein basisches Salz bilden»
Der offtcinelle l^iuuor 8tibil n,uri-»tiol, nach der Borschrift der bis«herigen Pharmakopoe bereitet, ist nicht das Lut^ruui Hntimunii der Al-ten, denn biises kann nicht in flüssiger Form ohne Zersetzung bestehen, son-dern er ist eine Auflösung der Spießglanzbutter in Salzsäure, und bei demoben angegebinen Verhältnisse der Bestandtheile zur Bereitung dieser Flüs-sigkeit wird viel freie Salzsäure überdestillirt. Aber auch die nach der Vor-schrift unserer jetzigen Pharmakopoe bereitete Flüssigkeit ist chemisch dieselbe;denn, wenn Antimonoxyd in Chlorwasserstoffsäure aufgelöst, und ersteresauch im großen Uebermaße angewendet wird, so kann sich doch keine neu-trale Verbindung bilden, und die Auflösung ist in demselben Zustande, wieein mit etwas Nasser verdünntes und niedergeschlagenes Antimonchlorid.Hierbei können wir annehmen, daß das Antimonoryd in überschüssigerChlorwasserstoffsäure aufgelöst werde, und die Verbindung also ein saureschlcrwafferstoMu«s Autimonoxyo sey, ober nach Berzelius s Theorie,