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Humphry Davy entdeckte zu Ende des Jahres 1807, daß, wennmit etwas Wasser angefeuchtetes Kalihydrat auf ein Platinblech gelegtwird, welches in leitender Verbindung mit dem positiven Pole einer wenig-stens 160paarigen kräftigen elektrischen Säule, mit Platten von 4 — 5"Durchmesser steht, und vom negativen Pole ein Platindraht auf das Kaligeführt wird, man um die Spitze dieses Drahtes eine Menge kleiner,Quecksilber ähnlicher Metalliugeln sich bilden sieht, welche sich mitunterentzünden- und verbrennen. Diese kleinen metallischen Kugeln sind das me-tallische Radical des Kalis, das Kalium. An der posiiiuen Oberfläche son-dert sich Sauerstoff ab. Leichter und in größerer Menge wird es auch m,tganz gewöhnlichen elektrischen Säulen erhalten, wenn man Quecksilber alsnegativen Leiter anwendet, und dasselbe mit einer sehr concentrirten Laugevon kaustischem Kali übergießt, worin sich einige Stücke ungelöstes Ka'.ibefinden. Die chemische Verwandtschaft des Kaliums zum Quecksilber wirkthierbei so kräftig, daß das erstere ausgeschieden wird, selbst bei Säulenvon 20 Plattenpaaren von 14 " Durchmesser. Das Quecksilber wird all-mälig schwerflüssiger, und man entdeckt kleine sich bildende Metallkrystalle,wie es scheint, von kubischer Gestalt, welche eine chemische Verbindung vonQuecksilber mit Kalium sind. Der positive Leiter muß von Gold oder Pl«:tin seyn, um vom Alkali nicht aufgelost zu werden. Doch wird hier dasKalium nicht rein, sondern mit Quecksilber amalgamirt erhalten, und die-ses Amalgam enthält nur,eine geringe Menge Kalium.
Größere Mengen Kalium erhält man ohne Einwirkung der Elektrici-tät, wenn Kalihydrat in starker Weißglühhitze mit Eisen zusammengeschmol-zen wird, welche Operation aber besondere Vorrichtungen erfodcrt. Die Ur-sache, warum das Eisen das Kali reducirt, scheint die zu seyn, daß sicheine Verbindung von Kali mit Eisenorydul erzeugt, zu dessen Bildung dasWasser des Hydrats keine hinreichende Menge Sauerstoff liefern kann, undwozu also auch ein Theil des Kalis den seinigen abgeben muß. Man mußdeshalb zu dieser Operation ein solches Hydrat anwenden, welches kurz zu-vor in einem wohlbedeckten Tiegel im glühenden Flusse geschmolzen wordenwar, weil eine sehr geringe Menge Wasser, welche durchs Glühen verjagtwerden konnte, hinreichend ist, alle Hervorbringung von Kalium zu hin-dern, so daß man nur Wasserstoffgas erhalt. Das Kalium kann auch durchCalcination von kohlensaurem Kali mit Kohle und andern Metallen, alsSpießglanz, Wismuth, erhalten werden, wodurch eine Kaüumleairung ent-steht, welche Wasser sehr heftig unter Entwickelung von Wasserstoffgaszerlegt.
Das Kalium ist dem Ansehen nach dem Quecksilber nicht unähnlich;es ist bei 4- 15 ° C. halbflüssig, bei 4- 40 ° ist es »och flüssiger und bei65 ° ist es völlig fließend, so daß mehrere einzelne geschmolzene Kugelnsich zu einer größern vereinigen. Bei 4° 16 ° ^st es geschmeidig) und hatden Glanz von polirtem Silber; bei 0 ° ist es spröde und hat krystallini-schen Bruch. Bei einer der Rothglühbltze nahen Temperatur fangt es an