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wurden zur Bereitung der Netzlauge gebrannter Kalk und kohlensaures Kalimit einander geschmolzen, die geschmolzene Masse hierauf mit Wasser aus»gelaugt, und die siltrirte Lauge eingedickt, oder man bediente sich auch desbei den Seifensiedern üblichen Verfahrens, Gemenge aus guter Holzascheund Kalk, Aescher genannt, anzufertigen, dieselbe auszulaugen und die klareLauge einzudicken. Erst nachdem ^von Black 1756 und von Meyerin Osnabrück 1764 durch genaue Versuche ausgemittelt worden war, aufwelche Weise der gebrannte Kalk dem damit in Berührung gesetzten Pot-aschenkali die Aetzbarkeit verschaffe, wurde die Aetzlauge dadurch bereitet,daß man der kalten oder warmen Kalilösung die nöthige Menge frisch ge-brannten Kalks zusetzte, und das Gemenge entweder nach 24stündigem Ste-hen kalt, oder nach einem 4 — 1 Stunde dauernden Sieden warm zurAbsonderung der Lauge in einen leinenen Spitzbeutel schüttete, Dossie gab1758 eine bestimmtere Vorschrift, nach welcher 10 Th. Potasche mit kal-tem Wasser ausgezogen, die siltrirte Lauge zum Sieden gebracht und wäh-rend des Siedens 15 Th. durch Wasser in Breiform versetzter gebrann-ter Kalk so lange allmälig zugesetzt werden sollte, bis etwas der übfil-trirten Lauge die Probe halte. Da der Kalkbrei hierbei aber die entstan-dene Aetzlauge zum größten Theile einschluckt, so daß, um die Lauge zu ge-winnen, ein wiederholtes Auslaugen mit großen Mengen Wasser nöthigwurde, und die kaustische Lauge wahrend des langen Verdampfens zumTheil wieder Kohlensäure aufnahm, so gab Trommsdorff 1796 dieVerbesserung an, statt des Kalkbreies den gepulverten gebrannten Kalk an-zuwenden, in welchem Falle der Kalk nicht aufquelle. Auch sollte zur Ge-winnung eines reinen Aetzkalis nicht gemeiner Kalk, sondern gut ausge-brannte Austerschalen oder weißer gebrannter Marmor angewandt werden,weil erster« immer Alaun- und Kieselerde enthalte, wodurch das Aetzkaliverunreinigt wurde. Döbereiner (Schweigger's I. X. 1814. S. 113.)hat aber durch Versuche nachgewiesen, daß der Kalk eine größere Verwandt-schaft zur Kiesel- und Alaunerde besitze, als das Aetzkali, und daß diese Erdenvon dem Aetzkali durch Kalk im Ueberschusse vollkommen abgetrennt würden.
Das Aetzkali im trocknen Zustande scheint schon Albertus v. Boll-städt im Anfange des 13. Jahrhunderts gekannt zu haben. Erst späterlehrte ein gewisserSutorius (Schuster oder Schumacher) das trockneAetzkali darstellen, welches von ihm den Namen Oauterium Potentiale8utorii erhielt.
Um ätzendes Kali im trocknen Zustande zu erhalten, wird die nach derbei I^i<zuor liuli caustioi ertheilten Vorschrift bereitete Aetzkalilauge in ei-ner eisernen Pfanne, oder wenn man es in kleinerer Quantität rein habenwill, in einem Silbertiegel vorsichtig,bis zum glühenden Flusse erhitzt, so langebis «in Tropfen davon beim Erkalten erstarrt. Dann gieße man die schmel-zende Masse auf «ine Steinplatte aus, zerbreche sie in Stücken, und bringediese noch warm in Gläser mit eingeriebenen Glasstöpseln. Es enthält die-ses Aetzkali chemisch gebundenes Wasser, ist also ein Kalihydrat.