Kali carbonicuni aciäulum
(Kllli earlionieum pei-leete «»turtum, neutral«) bezeichnet Worten ist(Berzelius nennt dagegen das gewöhnliche Kali eai-IKonicum neutraleskohlensaures Kali), wirb, da es nur selten in der Heilkunst Anwendung fin-det, und daher nur in kleinen Quantitäten bereitet werden darf, am zweck-mäßigsten auf die in unserer Pharmakopoe vorgeschriebene Weise gewonnen.Man füllt nach der bei 62» Hoiäi oarkuniei gegebenen Vorschrift einegroße runde Flasche mit kohlensaurem Gase, gießt die möglichst concentrirtereine Kaliausiösung hinein, und stopft die Flasche zu, um das Entweichendes kohlensauren Gases zu verhindern, Das kohlensaure Gas wird allmä-lig absorbirt, und es entsteht in der Flasche ein luftuerdünnter Raum, sodaß bei dem bekannten starken einseitigen Drucke der atmosphärischen Lufteine eckige Flasche leicht zerbrochen werden würde. Es wird daher von Zeitzu Zeit der Stöpsel in der Flasche gelüftet, so daß das Gleichgewicht zwi-schen der äußern und der in der Flasche eingeschlossenen Luft, die jetzt ausatmosphärischer Luft mit viel kohlensaurem Gast besteht, wiederhergestelltwird. Nach einem ruhigen Hinstellen von etwa 3 Tagen hat das Kali dieerfoderliche Menge Kohlensäure aufgenommen, und sich in Krystallen aus-geschieden, von welchem man die übrige Lauge abgießt, sie mit sehr wenigdestillirttm Wasser abspühlt, sie dann mit einem gläsernen (nicht eisernen)Stabe herausnimmt, in mittlerer Temperatur trocknet, und sogleich in ei-nem gut verstopften Glase aufbewahrt.
Wenn dieses Salz in größeren Quantitäten gebraucht weiden sollte, sokann man es, wenn man hierzu Gelegenheit hat, sehr leicht dadurch gewin-nen, daß man eine concentrirte Kalilösung in eine stäche Steingutschüsselgießt, und diese über eine in geistiger Währung begriffene Flüssigkeit in ei-nem Fasse stellt, wo dann das Kali die aus der gährenden Flüssigkeit ent-weichende Kohlensäure einsaugt, und in Krystallen anschießt. Am leichte-sten läßt sich dies bei den Branntweinbrennern bewirken, wo die gährendeMasse etwas länger ungestört stehen bleibt. Nach Trommsdorff berei-tet man sich am zweckmäßigsten selbst eine gährende Mischung und verfährthierbei folgendermaßen: Man teigt ein Pfund geschrotenes Gerstenmalz ge-hörig mit kochenden Wasser ein, setzt ein Pfund gemeinen Zuckersyrup oderFarinzucker und eine Tasse Bierhefen hinzu, sobald die Mischung auf 2N—24 ° R. abgekühlt worden; dann schüttet man das Ganze in eine geräu-mige Flasche, die man durch eine Röhre mit Woulf'schen Flaschen, in wel-chen die Auflösung des einfach kohlensauren Kalis enthalten ist, in Verlün-dung fetzt. Nach Verlauf einer halben Stunde hebt der Gährungsproceßan, und das kohlensaure Gas strömt ununterbrochen in die alkalische Auf-lösung . ein, und wird von dem Kali aufgenommen. Entwickelt sich keinkohlensaures Gas mehr, so ist der Proceß beendigt, und die abgegohreneFlüssigkeit kann dann auf Branntwein benutzt werben. Der Woulf'schenFlaschen wird man sich gleichfalls sehr zweckmäßig bedienen, wenn man daskohlensaure Gas aus Kreide und Schwefelsäure in einer Entbindungsflasche,die man mit den Flaschen in Verbindung setzt, entwickelt, und das Hinein-