Druckschrift 
2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
Entstehung
Seite
383
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

6gs ^«<li c»ll)oni«

S8Z

die Säure, und laßt diese durch Herausziehen des über die Saure hinaus»ragenden Glasstöpsels auf das Pulver fallen, wodurch sogleich bedeutendeGasentwickelung hervorgerufen wird, indem die Schwefelsaure sich mit demKalke verbindet, und schwefelsauren Kalk, Gyps, bildet. Der Gyps istaber ein schweres, schwer ausiösliches Salz/ welches sich dem noch unzer,setzten kohlensauren Kalke beimischt, und ihn bedeckt, so daß die frisch zu-gelassene Säure nicht zu diesem gelangen kann, wenn die Mischung nichtvon seit zu Zeit mit einem Glasstabe oder mit der vom Trichter aus ver-längerten Glasröhre umgerührt wird. Diesem Uebelstande begegnet man,wenn man statt der Schwefelsäure die Chlorwasscrstoffsäure anwendet, indemder dann gebildete salzsaure Kalk (Chlorcalcium) ein in Wasser sehr leichtauflösliches Salz ist, wobei die Kosten um etwas erhöht werden.

Die Kohlensäure ist ein farbloses Gas, welches beträchtlich schwererals die atmosphärische Luft ist; ihr spec. Gew. beträgt nämlich gegen dasder atmosphärischen Luft-nach Berzelius und Dulong -^ 1,5L4. DasGas hat einen unbestimmt sauren stechenden Geruch, wie gihrendes Bier,einen sauren etwas zusammenziehenden Geschmack. Es ist weder selbst brenn-bar, noch kann es das Verbrennen anderer Körper unterhalten; es verlöschtdaher das Feuer und erstickt die Thiere, daher man ein in ein Glas gestell-tes brennendes Licht auslöschen und ein in demselben befindliches kleinesThierchen tödten kann, wenn man kohlensaures Gas aus einer weitmünbi-gen Flasche in das Glas gießt, wobei nämlich das schwere kohlensaure Gasauf den Boden des Glases füllt, die atmosphärische Luft im ersten Augen-blicke verdrängt (mit der es bald nachher sich mischt), und sein« Wirkungenäußert. Keller, in denen sich große Quantitäten gährender Flüssigkeiten be-finden, dürfen daher nur mit großer Vorsicht betreten werden. Das Gasröthet Lackmus; doch verschwindet die Röthe wieder, so wie das Gas ver-fliegt. Der Kohlensäure kann ihr gasförmiger Zustand durch starken Druckgenommen werden; nach Fa ra da y's Versuchen kann sie bei einem Drucke von40 Atmosphären und bei t) ° Temperatur zu einem farblosen, leichtflüssigenLiquidum condensirt werden. Das kohlensaure Gas wird vom Wasser biszu 1,a6 vom Volumen des letztern aufgenommen, allein dasselbe Volumenkann bei niedrigerer Temperatur und bei vermehrtem Drucke eine weit grö-ßere Menge Kohlensäure enthalten, als bei der gewöhnlichen Mitteltempe-ratur der Luft und bei mittlerem Barometerstände, und daher kann mandas Wasser mit seinem 2- und Zfachen Volumen an kohlensaurem Gase durchverstärkten Druck verbinden, wozu aber besondere Vorrichtungen erfoderlichsind, von denen großentheils die Bereitung der künstlichen Mineralwässerabhängt. Aber auch schon auf gewöhnliche Weise, daß man nämlich in einemit kaltem Wasser angefüllte Flasche kohlensaures Gas hinaufsteigen läßtbis zur Hälfte des Inhalts, dann die Flasche einige Zeit schüttelt, hieraufdie Flasche öffnet, wobei die atmosphärische Luft mit Zischen hineinfährtum das durch Verschluckung des kohlensauren Gases von dem Wasser ent-standene theilweise Vacuum auszufüllen, welches Verfahren man so lange