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2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
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351
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Lxtraetum L«l1<il1annllS — Viti« pÄin^inolliln 35 l

ihrer Heimath im frisch getrockneten Zustande zu bezichen, wo der Apothe-theker Gelegenheit hat, sich von der Güte der Vegetabilien durch den Au-genschein zu überzeugen, ehe er sie zur Ertractbereitung verwendet (derglei-chen narkotische Krauter, wie ich sie aus der Waarenhandlung des HerrnBatka in Prag erhalten habe, zeigen durch den Augenschein, daß bei Ein-sammlung und Trocknung derselben mit ganz vorzüglicher Sorgfalt verfah-ren worden.). Aus solchen gut getrockneten narkotischen Krautern, nach derbei Lxtraelum äcunlti gegebenen Vorschrift, selbst bereitete Extratte moch-ten den aus frischen Kräutern bereiteten Dicksaften an Wirksamkeit wohlnicht nachstehen, sicher dieselben aber übertreffen, wenn man die in Gärtengezogenen Pflanzen zur Bereitung der Dicksäfte verwenden wollte.

Die Farbe der aus frischen Pflanzen bereiteten Dicksäfte ist im Allge-meinen, wegen des beigemischten grünen Satzmehls, und auch wegen desChlorophylls, mehr grünlich, als bei den Extmcten. Das Eisenhütlein-und Belladonnaextract weichen auch wohl nur dann von den bereits erwähn-ten Eltratten etwas ab. Das Ringelblumeneitract hat das Ansehn, inwelchem es, als mit vorzüglichen Heilkräften begabt, eine Zeitlang gestan-den hat, nicht behaupten können. Das Schöllkrautextratt hat einen schar-fen Geruch und einen bitterlichen, etwas ekelhaften, scharfen Geschmack.Das Wasserschierlingsextract zeigt durch Geruch und Geschmack, daß es dienarkotischen Kräfte der Pflanze im hohen Grade besitze, daher es auch vonvielen Aerzten neben dem Erdschierlingsextratte verordnet wird, welches sichdurch den betäubenden Schierlingsgeruch zu erkennen giebt. Das Finger-hutcttract besitzt einen ekelhaften, scharf bitterlichen Geschmack. Das Gna-denkrautexrratt ist von sehr bitterm, scharfem und widerlichem Ge-schmacke. Das Bilsenkrautextract hat einen widrigen durchdringenden Geruchund einen bittern, scharfen Geschmack. Schon das frisch bereitete Eltractgiebt, wenn es mit ätzendem Kali oder Kalk zusammengerieben wird, einenammoniakalischen Geruch von sich; bei längerem Aufbewahren zeigt dasExtmct eine beträchtliche Menge freies Ammoniak. Im frischen Safte istdas Ammoniak wahrscheinlich an «ine Pflanzensaure gebunden. Das Gift-lattigextract riecht widrig, schmeckt bitter und scharf. Das Küchenschöllex-tract ist geruchlos, und zeigt im Geschmack kaum noch eine Schärfe, dieaber bei dem Stechapfelkrauteitract sehr deutlich hervortritt.

Durch das Weglassen des Eiweißstoffes aus den narkotischen Extractenist auch für die größere Haltbarkeit derselben gesorgt, die jetzt nicht mehrso leicht, wie früher, dem Schimmeln ausgesetzt sind. Häufig erzeugte sichin Folge der Umänderung der Bestandtheile ein ammoniakalisches Salz inden narkotischen Eltratten, welches dieselben mit kleinen Krystallchen reich-lich erfüllte. Die vorsichtige Aufbewahrung möchte wohl auch auf das Ei-senhütten,-, Schöllkraut-, Wasserschierlings-, Fingerhuts Gnadentraut-,Giftwttigettratt auszudehnen sey».