278
(Äibu i»l<'»<'^ml>lu8
nicht bei gewöhnlicher Temperatur der kuft und bei unvermcngtem Zustandedes Kohlenstoffs, sondern erst bei der Glühhitze. Die große Affinität desKohlenstoffs zum Sauerstoffe, so wie der Umstand, daß seine Verbindungendamit gasförmig sind, machen ihn vor alle» andern Körpern dazu geeignet,den Metalloryde» den Sauerstoff zu entziehen, und sie in ihren metaltt.schen oder brennbaren Zustand wieder herzustellen.
Der Kohlenstoff hat drei Oxydationsstufen, ein Oxyd und zwei Säu-ren, und die relative» Mengen »erhalten sich in demselben wie 1, 1^, n. L.Das erste und letzte dieser Verhältnisse entsteht durch Verbrennung der Kohle,ersteres bei unvollkommenem und letzteres bei überschüssigem Zutritte desSauerstoffes.
1) Kohlenorydgas. Dieses Gas wurde 1799 von Priestleyund Woodhouse entdeckt. Man erhält dasselbe, wenn man Metallorydemit mehr Kohle erhitzt, als zu deren Reduction erfoderlich ist; auch,wenn man kohlensaures Gas durch eine glühende eiserne Röhre über Kohleleitet, wobei das Gas noch einen Antheil Kohlenstoff aufnimmt, und jetztgenau ein zweimal so großes Volume» als das angewandte kohlensaure Gaseinnimmt. Wird ein gegebenes Volum Saucrstosfgas in Kohlenorydgasverwandelt, so wird sein Volum verdoppelt. Das Kohlenorydgas ist bei«nahe unlöslich in Wasser, hat weder Geruch noch Geschmack, es ist etwasleichter als die atmosphärische Luft; sein spec. Gew. betrügt 0,9727. Esist entzündlich, und brennt in der atmosphärischen Luft mit einer schönenhellblauen Flamme, welche stärker als die des brennenden Alkohols leuchtetMit Sauerstoffgas vermischt und entzündet, brennt es langsam, und erfo.dert genau ein halb so großes Volumen Sauerstoffgas, um völlig zu ver-brennen. Aus 100 Maß Kohlenorydgas und 50 Maß Sauerstoffgas wer-den 100 Maß kohlensaures Gas gebildet, wobei sich also diese Gasartenum ^ ihres vorherigen Volumens condensiren. Nhiere sterben sogleich imKohlenoryvgase, und Menschen, die es cinzuathmen versuchten, fielen sogleichohne Besinnung zu Boden. Die kleine blaue Flamme, welche sich biswei-len über brennenden Kohlen in unfern Kohlcnfeuern zeigt, entsteht von die«fem Gase, welches durch irgend einen Luftzug aus der innern Glut, wonicht hinreichender Sauerstoff vorhanden ist, emporgedrängt wird und aufder ober» Fläche verbrennt. Bas Kohlenorydgas besteht aus einem Volumgasförmigen Kohlenstoff und einem Volum Sauerstoff, oder dem Gewichtenach aus 42,86 Kohlenstoff und 57,04 Sauerstoff, oder 100 Sauerstoff neh-men darin 132,655 Sauerstoff auf. Seine stöchiometrische Zahl ist co— 176,437.
2) Die zweite Orydationsstufe des Kohlenstoffs ist die Oxalsäure,Kleesäure (vergl. Oxalium im 1. Th.)> Diese Säure besteht aus 2 VolumKohlenstoff und 3 Volum Sauerstoff, oder dem Gewichte nach aus 33,40Kohlenstoff und 66,60 Gauerstoffs oder 100 Kohlenstoff nehmen 199 Sauer«stoff, d. h. 14 mal so viel als im Kohlenoxydgase auf. Ihre stöchiometrischeZahl ist 0 0- — 452,875.