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ein unzersetzter Kern von kohlensaurer Kalkerde sitzt, der vom gebranntenabgesondert werden muß. Um dieser Verunreinigung der Kalkstücke auf ih-rer Außenseite vorzubeugen, hat man vorgeschlagen, den Marmor oderKalkspath in einem bedeckten Tiegel oder in einer steinernen Retorte zubrennen. In diesem Falle wird aber eine vielfach größere Hitze zur Austrei-bung der Kohlensäure erfodert, und wenn man den Kalk zu stark zusammen»drückt, und einer zu schnellen Hitze aussetzt, so schmilzt er um den Randdes Tiegels herum, ohne seine Kohlensäure zu verlieren, und widerstehtdann noch mehr der Einwirkung des Feuers. Die Benutzung der Wasser-dampfe begegnet diesem Uebelstande.
Die reine Kalkerde ist weiß und fühlt sich in Stücken leicht an, wie-,wohl ihr spec. Gewicht 2,3 betragt. Sie ist unschmelzbar, und hat einenscharfen, fressenden Laugengeschmack, und wenn sie mit Wasser übergössenwird, einen eigcnthümlichen Geruch, fast wie Lauge. Mit Wasser über-gössen, erhitzt sie sich, zischt, als ob man Wasser auf heißen Sand gösse,und zerfällt zu einem weißen voluminösen Pulver, welches das Hydrat derKalkerde ist. Sogar Kalkerde, die mit Schnee zusanunengerieben wird, ent-wickelt Wärme. Diese entstehende Hitze müssen wir der starken Verwandt-schaft der Kalkerde zum Wasser zuschreiben, indem jederzeit, wenn starkeVerwandtschaften zur Vereinigung, starke elektrische Gegensätze zur Ausglei-chung gelangen, mehr oder weniger Wärme frei wird. Das Kalkerdehydratist demnach als eine wirklich chemische Verbindung anzusehen, in welcherdas Wasser die Stelle der Saure vertritt; daher es auch wassersaure Kalk-erde genannt werden könnte. In dieser Verbindung enthalten Säure undNase gleich viel Sauerstoff. Das Kalkerdehydrat besteht aus 75 Kalkerdeund 25 Wasser; seine stochiometrische Zahl ist c» ^> 4<z --- 468,5. Ue-bergießt man die Kalkerde mit mehr Wasser, als zu ihrem Ablöschen erfo-dert wird, so erhärtet sie beim Austrocknen zu einer festen zusammenhän-genden Masse; in noch größerer Menge Wasser wird das Kalkerdehybrataufgelöst, und bildet das Kalkwasser.
Humphry Davy hat zuerst im Jahr 1803 nachgewiesen, daß auchdie Kalkerde aus einem metallischen Radikale und Sauerstoff zusammenge-fetzt sey. Um da!s metallische Calcium zu erhalten, bedient man sich desQuecksilbers als negativen Leiters, worauf man das Hydrat der Erde legt,das mit Wasser zu einem dünnen Brei angerührt-worden ist. In diesenBrei führt man einen Platindraht vom positiven Pole ein. Die elektrischeBatterie muß eine größere Anzahl Scheiben und eine größere Intensitäthaben, weil sonst nur das Wasser Zersetzt wird. Das erhaltene Amalgambekleidet sich in der Luft augenblicklich mit einer schwarzen Rinde von Kalk-erde und Quecksilberoxydul. Ein sehr concentrirtes Amalgam stießt nurlangsam, wie Platinamalgam, und überzieht sich an der Luft mit einer sodicken schwarzen Rinde, daß die Masse fest wird. Wird das Amalgam ingläsernen Gesäßen, die mit Wasserstoffgas gefüllt sind, der Destillation un-terworfen, so geht das Quecksilber größtentheils über, und das hierdurch