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Oglcali» uzt»
^ ^ Oalcaria usta 8eu (?»Ix viv» zmrs. Ox^äum c»l-cicum ziuruin. Reiner gebrannter Kalk.(1. Th. S. 170.)
Das Brennen des Kalkes ist schon in den ältesten Zeiten bekannt ge-wesen, und es ist gewiß, daß schon die Aegypter, Hebräer, Assyrier, Grie-chen, Römer u. A. den gebrannten Kalk zur Aufführung ihrer Gebäudevon Stein anwendeten; den Vorgang bei dem Brennen des Kalkes, unddie, Natur des Unterschiedes zwischen dem kohlensauren und dem gebranntenKalke klarte aber erst Black 1755 auf.
Der kohlensaure Kalk, der nach Berzeliu« aus 56,4 Kalk und 43,6Kohlensäure besteht, wird in starker Glühhitze zersetzt; der eine Bestandtheildesselben, die Kohlensäure, wird in der Hitze gasförmig, entweicht, und derKalk bleibt im reinen ätzenden Zustande zurück. Je weniger der hierzu ver-wendete kohlensaure Kall^durch beigemengte fremdartige Substanzen verun»reinigt war, desto reiner fällt auch der ätzende Kalk aus. Will man abso-lut reinen Kalk haben, so muß man sich des reinen weißen Marmors, derbei den Bildhauern abfällt, oder des isländischen Doppelspaths bedienen.Kreide ist weniger rein, und der aus Austernschalen und andern Muschelnbereitete Kalk ist wegen seines Gehalts an phosptzorsauren Salzen nicht zuempfehlen, auch ist er bisweilen durch Schwefelcalcium verunreinigt, dasvom Schwefel in den thierischen Stoffen herrührt. Man kann sich auchzu diesem Zwecke einen reinen kohlensauren Kalk durch Auflösen der geglüh-ten Austerschalen in Salzsäure, Fällen des phosphorsaurcn Kalkes durch Aetz-ammoniak, und Fällen des kohlensauren Kalkes durch kohlensaures Ammo-niak verschaffen. Diese Kalke werden durch lange anhaltendes Rothglüh-feuer ätzend gemacht; den letzten Rest von Kohlensäure entfernt man durchAnfeuchten mit Wasser, Löschen des Kalkes, und nochmaliges starkes Glü-hen in einem bedeckten Platintiegel, in welchen er aber nicht eingedrücktseyn Muß, Auch kann man das Brennen des Kalkes in einer Retorte ver-richten, wenn man Wasserdämpfe über den Kalk leitet, in welchem Fallesich j>ie Kohlensäure weit schneller entwickelt, und der Kalk fast eben s« balddurchgebrannt wird, als im offenen Feuer. Diese Erscheinung wird nichtbloß durch die Wasserdämpfe, sondern auch durch die atmosphärische Luftund durch jede andere Gasart, mit Ausnahme des kohlensauren Gases, be-wirkt. Die Ursache davon ist, daß das kohlensaure Gas in einer andernGasart 'sich leichter verflüchtigt, als in dem kohlensaurem Gase, welchesden Apparat anfüllt, und durch seine Trägheit oder seinen Druck der Ent-wicklung des übrigen entgegenwirkt.
Wenn Marmor, Kreide oder Schneckenschalen zwischen glühenden Koh-len gebrannt werden, so werden die Stücke auf der Oberstäche grau undbräunlich von der Asche, die sich daran hängt, und zuweilen mit der Kalk-erde zusammenschmilzt. Diese unreine Rinde muß man abschaben, und je-des Stück entzwei brechen, weil es zuweilen der Fall ist, daß inwendig noch