Druckschrift 
2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
Entstehung
Seite
260
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

260

Lar^ta Muri»!!«»

geräth, die man in einen trocknen, eisernen Kessel ausgießt, nach dem Er-kalten pulvert und auskocht, bis das Wasser nichts mehr aufnimmt.Der Rückstand ist nun großenteils kohlensaurer Baryt, welcher von demunzersetzten schwefelsauren Baryt durch Salzsäure ausgezogen und ge-trennt wird.

Duflos (Trommsd. Taschenbuch 1825. S 26.) hat vorgeschlagen, 4Th. Schwerspath, s Th. Ehlorcalcium, ^ Th. Eisenfeile und eben so vielKohle innig gemengt bis zum ruhigen Fließen der Masse zu glühen. Vlia-son (Trommsd. N. I. X. 1. S. 63.) giebt an, daß man ein Gemengevon 4 Th. feingepuluertem Schwerspath (der vorher mit Salzsaure gerei-nigt worden), 4 Th. rohem Weinstein und 2 Th. rohem Galpeter in einenbis zum Rothglühen erhitzten Tiegel nach und nach eintragen und verpuffenlassen soll, wohl umrührt, 6 10 Minuten lang glühen läßt, und danndie Masse mit Wasser aussüßt. Das Ungelöste wird mit Salzsäure ausge-zogen. Diese Vorschriften scheinen indessen nicht besondere Vortheile zu ge-währen.

Der auf die eine oder die andere Art bereitete salzsaure Baryt wirbnun mehr oder weniger fremde Beimischungen enthalten, als Kalk-, Talk- undStrontianerde, so wie metallische Beimischungen, welche sämmttich dadurchentfernt werden, daß man der Auflösung des salzsauren oder salpetersaurenBaryts etwas gebrannte Baryterde zusetzt, und sie damit aufsieden läßt;alle diese Beimischungen werden dadurch zersetzt, und können mit der un-aufgelöst gebliebenen ätzenden Schwererde von der nun völlig reinen Baryt-salzausiösung durch Abdampfen, Wiederauflösen der Salzmasse in Wasserund Filtriren geschieden werden. Man kann auch die Salzaustösung zurTrockenheit abrauchen und den Rückstand glühen, wodurch ein etwanigerEisengehalt in basisch salzsaures Eisenoxyd, umgeändert wird; die geglühteMasse wird jetzt wieder in Wasser aufgelöst, und das Eisenoxyd durch Fil-tration geschieden, die filtrirte Flüssigkeit wird zur Krystallisation verraucht,die Krystalle werden zerrieben und mit Alkohol digerirt, um salzsauren Kalkund salzs. Strontian wegzuschaffen. Diese Reinigungsmethode wendet manim Kleinen an, im Großen kann das Salz durch öfteres Umkrystallisirengereinigt werden.

Der Schwerspath ist nicht selten strontianhaltig, und vorzüglich ist esder vom Harz; oft bricht er auch mit Arsenik, Blei und Kupfer. Manmuß daher zur Bereitung des salzsauren Baryts nur sehr weiße, und keinebläulichen Stücke anwenden, auch darf man, besonders des Arseniks wegen,das Glühen niemals verabsäumen.

Wir kommen nun zu der von unserer Pharmakopoe gegebenen Vor-schrift. Nach derselben wird ein Pfund Schwerspath mit anderthalb Un-zen Kohlenpulver und drei Unzen Geigenharz recht innig zusammengemischt.Der Schwerspath muß auserlesen weiß und so fein wie möglich gepulvertseyn, damit er nämlich die größtmöglichste Zahl von Berührungsflächen dar-biete. Aus demselben Grunde müssen auch Kohlen und Geigenharz gepul-