Zweite Abtheilung.
Vereitele und zusammengesetzte Mittel.
^cetuin aromaticum. Aromatischer Essig.
Nimm: Rosmarinkraut,
Salbeikcaut,
Pfeffermünzkraut, von jedem zwei Unzen,
Kreidenelken,
Zittwerwurzel,
Angelikwurzel, von jedem eine halbe Unze,
aufgekochten Cssig, so viel als hinreichend ist.Digerire es drei Tage hindurch in einem verschlossenen Gefäße,presse es dann aus, so daß die Colatur sechs Pfund betrage.Bewahre es in wohl verstopften Gefäßen auf.Er sey klar und von rothbrauner Farbe.
Der Gcwürzessig führte auch sonst den Namen Pestessig (^cetum pe-«tilentiale), weil er als Verwahrungsmittel gegen die Pest und ansteckendeKrankheiten in großem Rufe stand; er wurde dabei zum Mundausspühlen^zum Einziehen in die Nase, Waschen, Räuchern, auch zum innern Ge-brauche empfohlen. Zur Zeit der Pest in Marseille sollen 4 Manner,welche durch diesen Essig sich gegen Anstecken geschützt hielten, die an derPest darnieder liegenden Kranken unter dem Scheine der Hilfsleistung be-raubt haben, daher er auch den Namen „Essig der vier Räuber" (Vinai-zre äe» czuatre vuleur») erhielt.
Der Gewürzessig muß klar, von braunrother Farbe seyn, einen kräfti-gen angenehm gewürzhaften sauren Geruch, den er besonders in der Warmeoder beim Verreiben entwickelt, einen gleichen Geschmack haben, und nichtkamig seyn. Er giebt in Krankenzimmern ein angenehmes erfrischendesRäucherm^smittel ab.
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