Einleitung
111
Diese Verbindungen können auch auf trocknem Wege erhalten wer-den, wenn z. B. das elektro-negative Schwefelmetall in gehörigerProportion mit kohlensaurem Alkali vermischt, und in einem bedeck-ten Gefäße erhitzt wird. Die Kohlensaure wird ausgetrieben, unddas Alkali wirkt auf das Schwefelmetall gerade wie auf nassemWege, es vertauscht einen Theil seines Sauerstoffs mit Schwefel,und bildet ein zusammengeschmolzenes Gemenge eines Sauerstoffsal-zes von Kali und der Metallsaure mit Schwefelsalz von Schwefel-kalium und dem Schwefelmetalle. In den meisten Fallen könnendiese dann dura) Ausiösung und Krystallisation getrennt werden. 6)Eine Methode, welche nach Berzelius vor allen andern den Vor-zug verdient, wenn sie angewandt werden kann, ist folgende. Durcheine conccntrirte neutrale Auflösung eines Sauerstoffsalzcs wird solange Schwefelwasserstoff geleitet, als noch vom Gase absorbirt wird,und bei gewissen Salzen, z. B. den tellursauren und selensauren, solange, bis sich ein Niederschlag bildet, der sich beim Umschüttcln nichtmehr auflöst. Nach diesem Punkte würde das Schwefelmetall durchdas Schwefelwasserstoffgas ausgefallt weiden, welches dann seine Stelleeinnimmt. Indessen sind es eigentlich nur die Salze der metallischenSauren, mit welchen diese Methode, Schwefelsalze zu erhalten, glückt.Statt des Schwefelwasserstoffs kann man auch wasserstossschwefligesSchwefelammonium anwenden, wenn das Sauerstosssalz eine alka-lische Basis hat, wobei das dabei frei werdende Ammoniak und derUeberschuß von zugesetztem Ammoniaksalz durch Destillation abgeschie-den werden kann.
Die nach der unter 1) und 2) aufgeführten Methode bereitetenSchwefelsalze geben, wenn ihre wäßrigen Auflösungen mit einerSaure vermischt werden, Schwefelwassirstoffgas, welches mit Auf-brausen entweicht, und Schwefelmetall, welches niederfallt. Es istwahrscheinlich, daß diese Zersetzung mit vielen dieser Verbindungen soeingerichtet werden kann, daß der Schwefelwasserstoff und das Schwe-felmetall, wenigstens eine Zeit lang, in Verbindung blieben, und eineDoppelsaure bildeten, ahnlich der aus Schwefelkohlenstoff und Schwe-felwasserstoff; aber dies ist noch nicht hinreichend untersucht. DieSchwefelsalze, welche nach 3), 4) und 5) bereitet werben, werdenvon Sauren auf die Art zersetzt, daß das elektro-negative Schwefel-metall ohne alle Entwickelung von Schwefelwasscrstoffgas gefälltwird, gleichsam als wäre es ohne alle Zersetzung in dem Alkali auf-