Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
986
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Der Zinkvitriol war schon im 14ten Jahrhundert bekannt.Er wird seit dem 16ten Jahrhundert zu Goslar im Harz ausden Zinkerzen des RammeJsberges dargestellt. Man röstet dieSchwefelzink (Zinkblende) enthaltenden Erze, wobei das Schwefelzinksich zu schwefelsaurem Zink oxydirt, laugt mit Wasser aus, kocht diegeklärten Laugen in bleiernen Pfannen ein und Iässt sie dann in höl-zernen Bottigen krystallisirer/. Die Krystalle werden in kupfernen Kes-seln in ihrem Krystallwasser geschmolzen, abgeschäumt und dann durchAbdampfen von einem grossen Theil des Krystallwassers befreit, in höl-zerne Fässer gebracht, wo man sie bis zum halben Erstarren umrührt.Durch Eindrücken der weichen Masse in Formen und völliges Erstarrenerhält man sie in Hutzuckerähnlichen Massen, weichein den Handel kommen.

Der Zinkvitriol ist kein reines schwefelsaures Zinkoxyd,sondern enthält mehr oder weniger die schwefelsauren Salzedes Eisens, Kupfers, Mangans, des Kalkes und der Magnesia.

Der Zinkvitriol, welcher ein heftig wirkender Arzneikör-per ist, wird häufig im Handverkauf gefordert und von demPublikum zur Darstellung von Augenwässern benutzt. UmSchaden zu verhüten, gebe man den Zinkvitriol nicht nur zuPulver zerrieben, um ihm- die Aohnlichkeit mit Zucker in Stük-ken zu nehmen, sondern auch nur in kleinen Mengen ('/ 2 bis3 Drachm.). Zu Salbenmischungen gegen Scabies wird er durchanhaltendes Reiben in einem porcellanenen Mörser zu einemsehr feinen Pulver zerrieben.

Lapis medicamentosus Krollii ist eine Mischung aus Zinc. sul-phuric crud., Ammon. muriat. , aa2Unz., Cerussa, Bolus Armen, aa 4 Drachm ,und 6 Unz. Essig, welche in einem irdenen Gefässe zur Trockne einge-dampft und zu Pulver zerrieben ist.

% in mm sulphuricum purum.

ZnO,S0 3 -f7HO; Vitriolum album purum, Vitriolum Zinci pu-rum s. depuratum, Sulphas zincicus; Sulfate de Zinc, SulpkaleofZinc; reiner Zink-Vitriol, schwefelsaures Zinkoxyd, Zinksulfat,schwefelsaures Zink.

PIl. Bor. Auf achtzehn Unz. Zink in kleinen Stückengiesst man z.wei Pfd rohe Schwefelsaure, welche vor-her vorsichtig mit zehn Pfd gemeinem fVasser vermischtist. Das Gemisch lässl man unter häufigem Umrühren zu-letzt an einem warmen Orte stehen, bis die Säure nichtmehr wirkt. Dann wird die Flüssigkeit einige Tage bei Seitegestellt, filtrirt und erwärmt mit 2 bis 3 Pfd oder so vielChlor was ser (Liquor Chlori) vermischt, dass sie stark nachChlor riecht. Von dieser Mischung nimmt man 2 oder 4Unz. und versetzt diese mit soviel einer Lösung von einem