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2 (1857)
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920
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Von den Vorschriften der kommentirten Pharmakopoengiebt die der Ph. Hamb. und SL Hols. die haltbarsten Tinktu-ren. Ob die Rhabarber bei gelinder Wärme oder durch kalteMaceration extrahirt wird, hat keinen auffallenden Einfluss aufdie Haltbarkeit der filtrirten Tinktur. Die Filtration der durchkalte Maceration hergestellten Tinktur ist aber weit leichterzu bewerkstelligen und mit weniger Verlust verknüpft. Dassaber auch lange andauernde Filtrationen kein Vortheil für dieTinktur sein können, liegt auf der Hand. Aus diesem Grundeist die kalte Maceration vorzuziehen.

Eine kalte Maceration der Rhabarber, ein stärkerer Wein-geistzusatz, die Verwendung von Soda statt Pottasche und Auf-bewahrung an einem kalten Orte in ganz gefüllten Flaschensind wichtige Umstände für die Güte und Haltbarkeit der Rha-barbertinktur. Wir schlagen daher folgende Vorschrift vor. 3Unz. in dünne Scheiben zerschnittene Rhabarber und 2 Unz.reines krystallis. kohlensaures Natron werden in einem bedeck-ten Glase mit 4 Unz. Aqua Cinnam. vinosn, 4 Unz. höchstrektif.Weingeist und 20 Unz. destill. Wasser 24 Stunden macerirt,dann ohne stark auszudrücken kolirt. Die KoJatur wird ineiner dicht verkorkten Flasche 8 bis 14 Tage zum Absetzenbei Seite gestellt, um sie endlich zu dekantiren und den Restzu tiltriren. Hiernach gewinnt man ein Präparat, welches sicham längsten, selbst auch bei mittlerer Temperatur unzersetzthält. Aus drei verschiedenen Rhabarbersorten wurden nach dergegebenen Vorschrift Tinkturen bereitet. Zwei dieser Tinktu-ren waren noch nach einem Jahre unverändert, die dritte hatteeinen schlammigen Bodensatz von der gehörigen Farbe derRhabarbertinktur, welcher sich mit der Flüssigkeit durch Schüt-teln leicht vermischte. Diese Tinktur mit Wasser verdünnt gabnach mehreren Minuten eine ziemlich klare Mixtur.

Unter den vielen bis jetzt gegebenen Vorschlägen haltbareRhabarbertinkturen zu bereiten finden wir nur einen, welcherempfehlenswerth ist. Es geht derselbe von Busse aus. Die-ser schlägt eine Tinctura duplex vor. Eine solche bereitet mandurch kalte Extraktion von 12 Th. Rhabarber mit einer wäss-rigen Lösung von 3 Th. kohlensaurem Kali oder 6 Th. kryst-kohlensaurem Natron, Eindampfen des filtrirten Auszuges bisauf 32 Th. und Vermischen desselben mit 16 Th. Aqua Cin~namomi v'mosa. Dieses Präparat mit gleichviel Wasser ver-mischt giebt die Tinctura R/iei aquosa Ph. Bor. Die Tinktur