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2 (1857)
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dann gehen oft 4 bis 8 Wochen hin, während welcher Zeit sienicht einmal verlangt wird. Ein so leicht verderbliches Prä-parat ist für den gewissenhaften Apotheker ein ewiger Gegen-stand der Sorge, Mühe und des Verlustes.

Die vielen Versuche, welche über die Haltbarkeit der Rha-barbertinktur angestellj; wurden, gaben folgende Resultate Dienach der PA. Bor. bereitete Tinktur machte auch in gänzlichgefüllten und hermetisch verschlossenen Flaschen Bodensätzein kürzerer Zeit bei einer mittleren Temperatur, jedoch erst indreimal so langer Zeit bei Aufbewahrung im Keller bei 8 bis10° 0. Verschiedene Sorten Rhabarber gaben in sofern ver-schiedene Präparate, als unter gleichen Umständen die Tinkturaus der einen Sorte eher Bodensätze bildete als die andere.Eine der Tinkturen aus einer halbmundirten Rhabarber machteim Keller gar keine Bodensätze. Solche bildeten sich jedochals man sie nach einem Jahre im Sommer einer Temperaturvon 20 bis 25° C. aussetzte. Als eine Ursache des Schimmeinsin nicht völlig gefüllten Flaschen ist der geringe weingeistigeZusatz zu betrachten. Unter denselben Verhältnissen schim-melten einige Tinkturen nach Vorschrift der PA. Bor. eher, alsTinkturen ohne den Zusatz von Aqua Cinnamomi vinosa. Tink-turen, welchen auf die Unze 1 Drachm. rektif. Weingeist aus-ser der Aqua Cinnamomi vinosa zugesetzt wurde, hielten sichbei guter Aufbewahrung sehr lange unverändert. Eine andereUrsache, welche die Tinktur zur Zersetzung und Bildung vonin Wasser unlöslichen Bodensätzen disponirt, ist der Znsatz deskohlensauren Kalis. Das kohlensaure Natron theilt diese Ei-genschaft in weit geringerem Maasse. Die Bodensätze aus dermit Natronsalz bereiteten Tinktur sind geringer, dunkler ge-färbt und weit löslicher in Wasser. Der Zusatz von Boraxnach Vorschrift der PA. Hamb. bezweckt die Haltbarkeit derTinktur. Derselbe wirkt aber auch nur durch seinen Natron-gehalt.*) Uebrigens scheint zu diesem Zwecke die völlige Sät-tigung der in der Rhabarber enthaltenen Säuren nothwendig zusein Im anderen Falle verdirbt die Tinktur um so schneller.

*) Die Chrysophansäure ist ein Bestandteil der Rhabarberwurzeä. Jemehr diese davon enthalt, um so eher zersetzt sich die daraus mit Pott-asche bereitete Tinktur, indem sie mit dem Kali ein saures schwerlös-liches Salz bildet. Mit Natron bildet sie kein saures Salz und ihre Ver-bindungen damit sind sehr löslich in Wasser. Daher lässt sich oft einezersetzte Rhabarbertinktur durch weiteren Zusatz von kohlens. Natronund gelinde Digestion wieder Uorrigiren.