Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
694
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glänzende, 4scitige Prismen von ach wach süssem Geschmacke,zwischen den Zähnen sandig knirschend, löslich in 3 Th. heis-sem und 7 Th. kaltem Wasser, unlöslich in Weingeist undAether. Die wässrige Lösung bildet keinen Syrup. Die Formeldes krystallinischen Milchzuckers ist C 12 H"0"+HO. Spec. Gew. 1,543.Bei massiger Wärme giebt er das Wasser ab. Durch Einwirkung ver-dünnter Säuren geht er in Traubenzucker über. Verdünnte Salpeter-säure erzeugt aus ihm Schleimsäure. Mit vielen Basen geht er Verbin-dungen ein. Seine Gegenwart verhindert häufig die Fällung von Metall-lösungen. Der Milchzucker ist der weingeistigen, milchsauren und but-tersauren Gährung fähig. Als Beweis seiner weinigen Gährung dientder Branntwein (Kumys) der Tartaren aus Stutenmilch, so wie SchilfsVersuch aus verschiedenen Milcharten durch Gährung Weingeist zu er-zeugen. Vor der Gährung geht jeden Falles der Milchzucker unter vor-heriger Bildung einer Säure in Traubenzucker über. Heber die Milch-säure - und Buttersäure-Gährung siehe unter Ferrum lacticum, Th. 1,S. 1083 u. f.

Der Milchzucker wird als feines Pulver vorräthig gehaltenund öfters als ein wenig hygroskopisches und angenehm schmek-kendes Vehikel gebraucht.

Milchzucker mit ranzigem Gerüche, von gelblicher Farbeoder saurer Reaktion, welche zum Theil eine Folge seiner Dar-stellung aus sauren Molken sind, ist verwerflich. Verunreini-gungen mit Kochsalz und Alaun hat man auch schon angetroffen.

j§agapenuiit.

Serapinum; Sagapengummi.

JPIl« Mann. Ein zähes feiles braunes Gumm harz , gemischtmit weissen glänzenden, etwas durchsichtigen Körnern , vonbilterscharfem Geschmache und hnoblauchähttlichern Gtruche.

Das Gummiharz bringt man aus der Levante zu uns. Manhat davon 2 Sorten, die eine in Körnern, die andere in Bro-den oder Kuchen. Erstere ist sehr selten, letztere kommt inlosen oder zusammengebackenen Stücken und Klumpen vonverschiedener Grösse und weisslicher, röthlicher, gelber oderbrauner B^arbe vor. Das Sagapen ist häufig etwas durchschei-nend spröde und hart, oft weich und zähe, verunreinigt mitHolzsplitter und Samen. Der Geruch ist dem des Stinkasandsetwas ähnlich, der Geschmack bitterscharf erwärmend. BeimKauen hängt es an den Zähnen, erweicht und zergeht dabei.Es brennt leicht mit missender Flamme. Das Reinigen desSagapens geschieht durch Pulvern und Durchsieben in derKälte, wie bei Ammoniacum und Galbanum.