«75
wird im allgemeinen für kräftiger und wirksamer gehalten undihr daher der Vorzug gegeben. Von feuchten niedrigen Stel-len zeigt die Wurzel dieselben Bestandteile, sie enthält abermehr Feuchtigkeit und bedarf daher eine längere Austrocknung,wobei natürlich ein grösserer Theil ihrer flüchtigen Bestandteileverloren geht. Die erstere verliert 70 bis 73 Proc. Feuchtig-keit beim Trocknen, letztere 76 bis 82 Proc. Nach sehr feuch-ten Sommern und nassen Wintern ist die Wurzel aus den feuch-ten niedrigen Standorten selten etwas werth, oft ganz unbrauchbar.
Im Handel kommen mehrere Sorten Baldrianwurzel vor,von welchen man der Radix Valerianae montana und Anglica(^optima) den Vorzug geben muss.
Die trockne Baldrianwurzel bildet einen rundlichkurzen oderlänglichen, gleichsam abgestutzten Wurzelstock, ans dem vonallen Seiten viele lange strohhalmdicke, schlanke, ineinander-geflochtene, zähe, mit kurzen haarförmigen Zäserchen besetzte,auswendig graubräunliche bis schwarzbräunliche, innen weiss-liche Wurzelfasern ausgehen. Der Geruch tritt bei der frischenWurzel schwächer als bei der getrockneten vor und ist eigen-thiimlich durchdringend widerlich. Der Geschmack ist karofer-artig gewürzhaft, etwas scharf und bitterlich.
Der echten Baldrianwurzel werden mitunter Wurzeln vonanderen Valeriana- Arten, Ranunkulaceen etc. untergeschoben.
iWurzelstoek weit länger. Wurzelfa-sern {Itadiculae) sitzen nur auf ei-ner Seite. Geschmack stark bitter.Geruch baldiianartig.Vurzelstock weit länger. Wurzelfa-sern sehr dünn, mager und weis-ser. Schwach an Geruch und Ge-schmack.S. Radix Vinceloxici.
V aleriana Phu L.
Radix Vahrianae majori*.Früher ofücinell.
Valeriana dioica L.
Radix Valerianae palustris.Früher officinell.
(Wenngleich scharfschmeckende, dennoch gei
Asclepias Vincetoxicum
Ranunculus repens, poly __________________________
anthemos etc. V. noch geruchlose Wurzeln.
Sobald im Frühjahre die Wurzelblätter entwickelt sind,wird die Wurzel gesammelt, schnell abgewaschen und an derLuft getrocknet. Das Trocknen muss jedoch an solchen Ortengeschehen, zu welchen die Katzen keinen Zugang haben. Mitheftiger Begierde gehen nämlich diese Thiere dem Baldriange-ruche nach, wälzen sich auf den Wurzeln herum und verun-reinigen diese mit ihren Exkrementen. Die gut lufttrockneBaldrianwurzel wird geschnitten, und auch als ein grobes und
43*