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vielen Orten, besonders in Bobinen wird sie mit Fleiss kulti-virt. Die Wurzel der kultivirten Pflanze ist reicher an flüch-tigen und balsamischen Bestandteilen. Sie wird im Frühjahregegraben. 5 Th. geben 1 Th. trockne Wurzel.
Die Angelikawurzel besteht aus einem 1 bis D/ 2 Zoll dik-ken bis zu 2 Zoll langen, unten abgestumpften Wurzelstocke, mit5 bis 8 Zoll langen, mehrere Linien dicken, etwas gewundenenund der Länge nach gerunzelten Wurzelfasern. Frisch giebtsie einen gelblichen Milchsaft. Getrocknet ist der Wurzelstockder Länge nach gerunzelt, innen schwammig, weissJicb. DerLänge nach aufgeschnitten zeigt sie dünne gelbe Rinnen, wel-che auf dem Querdurchschnitte als harzige Punkte und Fleckenerscheinen, und die mit flüchtigem Oele und Harz gefüllte Ge-fasse sind. Der Geschmack ist süsslich scharf, hintennach bit-ter. Der Geruch gerade nicht unangenehm, stark balsamisch.Verwechselt kann diese Wurzel mit der Wurzel der bei unsin Laubwaldungen wachsenden Angelica sylvestris Linn. wer-den. Diese hat aber einen geringeren Geschmack und Geruchund zeigt auf dem Querdurchschnitt nicht die gelblichen Harz-flecke, sie ist auch in der Quere gestreift.
Die Angelikawurzel ist sehr dem Wurmfrasse unterworfen.Sie hält sich übrigens ziemlich gut, wenn man sie bei gelinderWärme bis zum Zerbrechen spröde austrocknet und dann indicht verstopften Büchsen aus Weissblech aufbewahrt.
Ueber den Anbau der Pflanze ist zu bemerken, dass diese in jedemguten fruchtbaren, jedoch nicht zu nassen Boden fortkommt. Man stecktdie Samen 1^ bis 2 Fuss von einander entfernt, entfernt öfter dasUnkraut, häufelt im Herbste rings um die Pflanze die Erde an und giebtzugleich eine Düngung. Im anderen Jahre werden die Pflanzen behacktund bei trockner Witterung wiederholt begossen. Am Anfange des Früh-lings im dritten Jahre werden die Wurzeln gesammelt. Die im Herbstedes zweiten Jahres gesammelte Wurzel ist von schwachem Gerüche. Siegiebt 25 Proc. trockne aus.
Die Bestandteile der Wurzel sind durch Büchner jun. mit Fleiss er-forscht. Sie sind: flüchtiges Oel (l Proc. in der trocknen Wurzel), Harz,Wachs, Zucker, Stärkemehl, Bitterstoff, eisengrünender Gerbstoff, Aepfel-säure, Baldriansäure, Angelikasäure, welche krystallisirbar ist und sichohne Zersetzung destilliren lässt, und ein in Kali lösliches, durch Koh-lensäure aus dieser Lösung fällbares, in Prismen krystallisirbares, ge- -ruchloses, scharf schmeckendes Unterharz, Angelicin genannt. Fernerfinden sich in der Wurzel phosphorsaure Erden, äpfel- und pektinsaure,schwefelsaure, salzsaure Salze, Kieselsäure, Eisenoxyd.