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den Pharmakopoen vorgeschrieben zur Bereitung von Auflösun-gen, Tinkturen und anderen pharmaceutischen Präparaten nurein in gelinder W.ärme getrocknetes und gepulvertes Opium zuverwenden. Zu seiner Verwandlung in Pulver schneidet manes zu dünnen Scheiben und Spänen und setzt es einige Tageeiner Wärme von ungefähr 30° C. aus. Eine höhere Tempe-ratur würde seine flüchtigen Bestandtheile verloren gehen las-sen. Man hält es als grobes und feines Pulver vorräthig, undhebt es in gut verstopften Glasflaselien auf, weil es an derLuft Feuchtigkeit anzieht. Seinen Standort findet es unter denstarkwirkenden Arzneimitteln.
Im Handverkauf darf es nicht dispensirt, auch nicht gegenGiftschein verabfolgt werden. Stärkste Gabe 2 Gran.
Ausmittelung des Opiums. Dieselbe ist immer eine schwierige,wenn Opium nur in kleinen Mengen mit anderen Stoffen vermischt vor-liegt. Je nach der Natur dieser letzteren ist natürlich auch die Unter-suchung zu modificiren.— 1. Man extrahirt die Substanz mit verdünntemWeingeist und tränkt mit einem Theile der Tinktur ein weisses reinesFliesspapier. Nachdem dieses in sehr gelind erwärmter Luft getrocknetist, bringt man niittelst eine Glasstabes einen Tropfen einer stark ver-dünnten Eisenchloridlösung darauf. Entsteht gleich oder nach einigenMinuten ein besonders an seinem Rande rolher oder blutrother Fleck,so liegt Opium vor. — 1. Man kann auch die Mekonsäure mittelst Blei-acetat als mekonsaures Bleioxyd fällen, dieses mittelst verdünnter Schwe-felsäure oder Schwefelwasserstoff zersetzen und mit der Lösung der da-durch abgeschiedenen Mekonsäure Fliesspapier tränken, trocknen undwie sub 1 mit Eisenchloridlösung prüfen. — 3. Man fällt aus der ge-wonnenen Tinktur das Morphin mit Gerbsäure (Tannin und behandeltden Niederschlag mit Kalkmilch und scheidet das Morphin nach Mohrsoder einer anderen Methode ab, so dass man es rein in kleinen Krystal-len gewinnt. In einem Uhrgläschen übergiesst man das Morphin als-dann mit einigen Tropfen einer mit etwas Amnion völlig neutral gemach-ten und so weit verdünnten Eisenchloridlösung, dass sie noch gelblich ist.Es tritt an den Krystallen bald eine blaue Färbung ein oder sie tritt indem Augenblicke auf, in welchem man über einer Weingeistflamme vor-sichtig sehr gelind erwärmt. Diese bläuliche Färbung verschwindet je-doch bald. Dann fügt man mit dem Ende eines Glasstäbchens einenTropfen etwas verdünnter Amnionflüssigkeit hinzu. In demselben Au-genblicke gerinnt dieser Tropfen zu einem blauen Pracipitat, welcherjedoch bald seine Farbe in eine blaubraune oder braunrothe umändert.Diese blaue Reaktion des Morphins ist mit Sorgfalt zu wiederholen undzu beobachten, denn sie ist nur eine sehr schnell vorübergehende. —4. Merk schlägt vor, die zu prüfende Flüssigkeit mit Kali zu fällen, denNiederschlag in Aether zu lösen, mit der Lösung Papierstreifen zu trän-ken und diese zu trocknen. Es bleibt Porphyroxin auf dem Papier, dasdann mit Chlorwasserstoflsäure befeuchtet durch Wasserdampf roth wird.