Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
398
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die 4'/ 2 bis öfache Gewichtsmenge des verbrauchten kohlensau-ren Natrons ein oder bis ein Tropfen auf eine Schiefertafel ge-bracht, nach ungefähr 1 bis 2 Minuten Krystallchen abscheidet.Dann stellt man an einen kühlen Ort. Nach 2 Tagen giesstman die Mutterlauge ab und bringt sie durch Abdampfen biszur Hälfte ihres Volums und Beiseitestellen zur Krystallisa-tion. Gelblich ausfallende oder trübe Krystalle werden in der2y 2 fachen Wassermenge wieder gelöst, die Lösung filtrirt undnach dem Abdampfen auf die Hälfte ihres Volums zur Krystal-lisation hei Seite gestellt. Die letzte Mutterlauge wird , wennsie sehr stark gefärbt ist, mit etwas Wasser verdünnt, filtrirtund mit der hinreichenden Menge Salzsäure versetzt. Dadurchwird Weinstein abgeschieden, welcher abgewaschen und ge-trocknet sich zum Verbrauch eisnet. War ein mit weinsaurerKalkerde verunreinigter Weinstein verbraucht worden, so ent-hält auch die Mutterlauge weinsaures Natron, welches sich durchseine nadeiförmige Krystallform kenntlich macht. Eine solcheMutterlauge lässt sich nur am besten dadurch verwertben, dassman sie mit etwas Pottaschenlösung und dann mit Salzsäureversetzt, um daraus die Weinsäure als Weinstein zu fällen.Enthielt der verbrauchte Weinstein viel traubensaures Kali, sobleibt eine grosse Menge schmieriger Mutterlauge übrig. DieAusbeute an guten weinsauren Kalinatronkrystallen beträgt un-gefähr y 3 mehr ab man Weinstein verbraucht hat. Die Kry-stalle wäscht man mit etwas destill. Wasser ab, lässt sie ab-tropfen und trocknet sie auf Fliesspapier ausgebreitet an der Luft.

Theorie der weinsauren Kalinatron-Erzeugung. DiesesSalz ist eine Doppelverbindung, bestehend aus 1 Aeq. wein-saurem Kaliumoxyd und 1 Aeq. weinsaurem Natriumoxyd. Wein-stein ist eine Verbindung von 2 Aeq. Weinsäure und 1 Aeq.Kaliumoxyd. 1 Aeq. der Weinsäure wird durch das Natrium-oxyd des kohlensauren Natrons gesättigt, und die Kohlensäuredieses letzteren Salzes entweicht als Gas. Das aus dem Wein-stein übrig bleibende weinsaure Kaliumoxyd verbindet sich mitdem weinsauren Natriumoxyd zu einem Doppelsalze, welchesin Verbindung mit 8 Aeq. Krystallwasser das weinsaure Kali-Natron darstellt. Aus KaO,T-)-HO,T und NaO,C0 2 entstehenKaO,T+NaO,T und CO 2 .

Eigenschaften. Das weinsaure Kalinatron bildet grosseklare farblose rhombische (dem regulären Krystallsysteme an-gehörende), vielfach abgeflachte Krystalle von mildsalzigem bit-