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terlaugen des Kochsalzes zu gewinnen. Diese letztere Berei-tungsart blieb lange unbeachtet und wurde erst 1755 von Blackwieder aufgenommen, welcher die Magnesia als eine besondereErdart unterschied und sie auch aus der schwefelsauren Bitter-erde (Epsomersalz) darstellte. Seitdem wurde sie von Englandin sehr leichter und schön weisser Waare nach dem Kontinentgebracht, so dass die Englische als die beste und reinste ge-schätzt wurde. Jetzt wird sie auch bei uns in vielen chemi-schen Fabriken durch Fällen von Bittersalz und den Mutter-laugen der Salinen, welche Chlormagnesium enthalten, mittelstPottasche oder Soda von vorzüglicher Beschaffenheit gewonnen.In Bilin in Böhmen koncentrirt man durch Abdampfen zweiQuellen, von denen die eine Bittersalz, die andere Soda ent-hält, bis zu einem bestimmten Punkte und mischt sie alsdann.Im Uebrigen haben die Fabrikanten verschiedene Handgriffe,wodurch sie eine recht lockere Magnesia erreichen , welche sieaber auch geheim halten. Das Präparat der pharmaceutischenLaboratorien ist viel schwerer und körniger. Die weisse Magne-sia kommt in viereckigen, sehr weissen, leichten und auch ziem-lich chemisch reinen Stücken von ungefähr 4 Unz. Schwere inden Handel. Kaum noch wird sie jetzt im pharmaceutischenLaboratorium dargestellt. Die Ph. Sl. Höh. giebt noch eineVorschrift, nach welcher dünne und heisse Lösungen von schwe-felsaurer Bittererde (Bittersalz) und kohlensaurem Kali (Pott-asche) fast in einfachem stöchiometiischen Verhältnisse mitein-ander vermischt werden. Hierbei tauschen diese Salze ihreBestandteile gegenseitig aus und es resultirt schwefelsauresKali, welches gelöst bleibt', und kohlensaure Bittererde oderMagnesia, welche als ein wenig löslicher Körper sich absetzt.In Folge der hohen Temperatur der Lösung lässt die sich ab-scheidende neutrale kohlensaure Bittererde etwas Kohlensäurefahren und bildet die weisse officinelle Magnesia, eine Verbin-dung von kohlensaurer Bittererde mit Bittererde und Wasser.Das relative Verhältniss dieser Bestandteile wechselt vielfältigab und hängt theils von der Temperatur, welche bei der Fäl-lung einwirkt, theils von der Art des Fällungsmittels ab. Wer-den (nach Rose") Lösungen von schwefelsaurer Bittererde undkohlensaurem Natron nach dem Verhältnisse ihres stöcbiome-trischen Werthes gemischt, so resultirt ein Niederschlag, be-stehend aus 5 Aeq. Bittererde und 4 Aeq. Kohlensäure, wel-cher lufttrocken bei kalter Fällung 8, und nach anhaltendem