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2 (1857)
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198
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Das Kreosot winde von Reichenbach entdeckt. Es ist einErzeugniss der trocknen Destillation vieler stickstoffhaltiger undstickstofffreier Körper. Im Holzessig ist es bis zu \\ Proc,im Buchenholzthcer bis zu 25 Proc. enthalten. Zu seiner Darstel-lung- wird der rohe Holztheer so weit der Destillation unterworfen, bisdie Hälfte übergegangen ist. Das Destillat besteht aus 2 Schichten öli-ger Flüssigkeiten, zwischen welchen sich eine dritte Schicht, aus sau-rem Wasser bestehend, befindet. In der unteren Schicht ist das Kreo-sot enthalten Diese Schicht wird mit kohlensaurem Natron gesättigtund das hierauf in der Ruhe sich abscheidende Oel aufs Neue destillirt.Die hierbei im Anfange übergehenden Flüssigkeilen werden weggegos-sen, bis im Wasser untersinkende Tropfen kommen. Diese werden be-sonders aufgefangen und mit Kalilauge (von 1,12 spec. Gew.; geschüttelt.Diese löst das Kreosot, nicht aber das Eupion (s u. Pix liquida). Ausder Kalilösung wird das Kreosot durch Sättigung mittelst Schwefelsäureabgeschieden, mit Wasser abgewaschen und destillirt, wobei erst daszwischen 203 und 209° C. Uebergehende als reines Kreosot aufgefangenwird. Zu Dobriss in Böhmen und zu Blansko in Mähren wird es fa-brikmässig auf diese Weise dargestellt und in chemischen Fabriken wie-derholt gereinigt.

Reines Kreosot ist eine neutrale farblose, einem ätheri-schen Oele ähnliche, das Licht stark brechende Flüssigkeit voneigenthümlichem penetranten rauchähnlichen Gerüche und beis-sendem brennenden Gesclimacke, bei 20° C. von 1,037 spec.Gew. (1,040 bei 11,5° C.)- Es ist nicht krystallisirbar und bleibtauch bei niederen Temperaturgraden flüssig. Auf die Hautgebracht zerstört es dieselbe. Auf Papier macht es einen ver-schwindenden Fettfleck. Ohne Docht ist es schwer entzünd-lich, verbrennt aber dann mit klarer russender Flamme. An derLuft verändert es sich nicht. In Weingeist, Aetber und Schwe-felkohlenstoff'ist es in allen Verhältnissen löslich, auch im Es-sigsäurehydrat. Bei -f- 16° C. löst Wasser l'/ 4 Proc. Kreosotund dieses dagegen i / i0 seines Gewichts an Wasser. Eisen-chlorid zu Kreosot gesetzt giebt keine Veränderung. Salpe-tersaures Silberoxyd wird, damit erwärmt, unter Bildung einesschönen Silberspiegels reducirt. Andere Salze der edlen Me-talle redueirt es gleichfalls. Ein Tannen - oder Fichtenholz-span mit Chlorwasserstoffsäure befeuchtet, dann getrocknet unddurch Kreosot gezogen, färbt sich nicht im Geringsten violetoder blau. Das Kreosot koagulirt Eiweiss und leistet daherzuweilen als blutstillendes Mittel einige Dienste. Thieren undPflanzen ist es ein Gift. Eine wichtige Eigenschaft des Kreo-sots ist die, der Zersetzung und Fäulniss thierischer Substan-