Druckschrift 
2 (1857)
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133
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Filtrationen gebrauche man nur ein weisses Fliesspapier. Ob-gleich das Kaliacetat fast bis zu 180° C. erhitzt werden kann,ehe eine Zersetzung der Essigsäure eintritt, so hüte man sichdoch das Eintrocknen über freiem Feuer vorzunehmen. Trotzaller Vorsicht würde das Präparat grau werden. Am pas-sendsten ist ein bis zum Wasserkochpunkte erhitztes Sand-bad oder Wasserbad. Die Ph. Bor., welche die Salzlösung so-gar bei 50 bis 60° C. eintrocknen lässt, verbindet mit dieserniedrigen Temperatur, welche das Eintrocknen ungemein ver-zögert, einen anderen Zweck. Das Kaliacetat oder die Lösungdesselben verliert beim Erhitzen über 80° geringe Mengen Es-sigsäure und wird daher etwas alkalisch. Dieser Uebelstandwird allerdings durch Eindampfen bei einer niederen Tempe-ratur vermieden. Es ist aber besser bei etwas stärkerer Hitzeschnell abzudampfen und nach Angabe der PA. Hamb. den Ver-lust an Essigsäure dadurch zu ersetzen, dass man vor demvölligen Eindampfen die Salzlösung nochmals mit konc. Essigeneutralisirt oder schwach ansäuert. Um ein recht weisses Salzzu gewinnen, vermeide man das Hineinfallen von Staub, Kohleetc. Da es sehr hygroskopisch ist, so musa es noch warm introckne Flaschen eingefüllt werden. Ist die Salzlösung etwagefärbt, oder hatte man einen gefärbten Essig zur Neutralisa-tion des Kalicarbonats verwendet, so wird sie mit dem gro-ben Pulver frisch gebrannter Holzkohlen oder mit Thierkohle(s. Th. I. S. 757 und 761) vermischt, einige Tage hindurch derDigestionswärme ausgesetzt und alsdann das farblose Filtrateingetrocknet. Statt des reinen kohlensauren Kalis zur Sätti-gung kann auch das gereinigte Pottaschenkali verwendet wer-den. In diesem Falle wird die neutrale Flüssigkeit eingedampft,zerrieben und mit der 4fachen Menge höchstrekt. Weingeist ge-schüttelt. Der Weingeist löst das essigsaure Kali und lässtdie schwefelsauren etc. Salze ungelöst. Die Lösung wird fil-trirt, mit >/ 2 Vol. Wasser verdünnt und der Weingeist abdestil-lirt, der Destillationsruckstand aber eingetrocknet und als Ka-liacetat aufbewahrt. Bei dieser Darstellungsweise wird häufigein Entfärben mit Kohle nöthig.

Eine andere in den chemischen Fabriken häufig praktisirteBereitungsart besteht darin, das essigsaures Kali durch wech-selseitige Zersetzung aus essigsaurem Bleioxyd mit kohlensau-rem Kali zu erzeugen. 10 Th. krystall. Bleiacetat (Plumbumaceticum) werden in 40 Th. destill. Wasser gelöst und so lange