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Diese und viele andere Aconitwm-Arten wachsen wild in ge-birgigen Gegenden Deutschlands und der Schweiz und werdenauch in unseren Ziergärten gezogen. Es sind mehrere mitSicherheit nicht anzugebende Arten, von welchen das offici-nelle Kraut gesammelt wird. Gemeinlich suchen die Kräuter-sammler die mit blauen oder violettiarbenen Blumen und mitglatten lebhaftgrünen Blättern auf. In der medicinischen Wir-kung scheinen diese Arten gleich zu sein. Die Aconitum-Av-ten variiren überhaupt nach Standort und Klima so ausseror-dentlich in der Form und in der Farbe der BJüthe, dass es äus-serst schwierig ist, eine sichere und genaue Sichtung dersel-ben auszuführen. Dazu kommt der Wirrwarr von Namen,welche die verschiedenen Botaniker den einzelnen Arten undVarietäten beilegten.
Die Gattung Aconitum zeichnet sich durch den blumen-kronenartigen Kelch aus. Dieser besteht aus 5 Blättern ver-schiedener Grösse. Das obere, Helm oder Haube (cassis s.galea) genan^ ist gewölbt und birgt unter seiner Wölbung 2lange kappenförmige (pet. cuculliformia), gespornte Blumenblät-ter, welche früher für Honiggefässe (nectaria) gehalten wurden.Die übrigen 3 Blumenblätter sind äusserst klein. Die Fruchtist eine 3 bis ösamige Kapsel. Als Verfälschung der HerbaAconili wird Delphinum infermedium s. elahim L. angegeben.Dasselbe hat gleichfalls blaue Blumen, die Zipfel der Blattab-schnitte sind aber 3spaltig eingeschnitten gesägt, schwach be-haart. Auch die Blätter von Aconitum Lycoctonum L., welcheuntergeschoben werden, sind durch ihren weichhaarigen Ueber-zug zu erkennen.
Im Anfange der Blüthezeit, im Juni und Juli, besitzt diePflanze die meiste Schärfe, welche aber auch besonders in denSamen koncentrirt sein soll. Die Wirkung soll von 2 ver-schiedenen Stoffen, einem flüchtigen und einem nicht flüchti-gen, aber sehr narkotischen, abhängig sein. Die Absonderungdes flüchtigen, in seiner Ausdünstung selbst giftigen Stoffesist bis jetzt nicht gelungen. Der nichtflüchtige Stoff ist einAlkaloid, Ak o nitin genannt. S. unter Acotiüinum Th. I. S. 433.Ueber Akonitsäure s. Th. I. S. 293. Die Anwendung des Eisen-hutkrautes in Pulver- oder Speziesform ist selten. 5 Th. fri-sches Kraut geben 1 Th. trocknes.