Wenn nnn das Glaubersalz in einem gleichen Gewichte kochendenWassers in einer Florentiner Flasche auflöst, und die Flasche, nachdemdie Luft durch die Wasserdämpfe daraus vertrieben ist, verschließt undabkühlen läßt, so krystallisirt das Salz nicht. Oeffnet man aber danndie Flasche und läßt die Luft eindringen, so krystallisirt es in wenigenAugenblicken. Dieser Umstand gab zu der Vermuthung Anlaß, daß dieSalze unter dem Drucke der Luft leichter krystallisiren; allein Gay-Lussac hat bewiesen, daß der Luftdruck nichts dabei wirke, weil diekleinste eindringende Luftblase schon Krystallisation bewirkt, und weilübrigens diese Erscheinung sonst bei keinem andern Salze eintritt. Wennman, statt die Flasche z» verkorken, die Lösung wahrend des Kochens miteiner Schicht Terpenthinöl übergießt, welche den Zutritt der Luft aus-schließt, so entsteht keine Krystallisation; bringt man aber einen fremdenfesten Körper, z. B. eine Glasröhre, hinein, so nimmt sie sogleich, wiedurch eine Zauberei, ihren Anfang.
Das krystallisirte schwefelsaure Natron besteht nach Wenzel aus 19,5Natron, 24,z Schwefelsäure und 55,2 Wasser; nach Berzelius aus59,24 Natron, 24,?g Schwefelsäure und 56,00 Wasser. Demnach ist eszusammengesetzt aus 1 At. Natron (- 290,897), 1 At. Schwefelsaure (—501,165) und in At. Wasser (— «2,4796 . iu), «halt die Zahl, dl»8^intl—2016,858, und enthält, hieraus berechnet, 19,39Natron, 24,85Schwefelsäure und 5Z,?6 Wasser. Das vonZiz undFaraday beschrie,beneSalz ist IVaH'^sli—<79l,899, und giebt durch Rechnung 49,?»schwefelsaures Natron und 50,22 Wasser. Das wasserleere Salz (^«lrumlulpliuricum liccum), welches auf eben dieselbe Weise wie das trocknekohlensaure Natron erhalten wird, besteht nach Wenzel aus 44,3 Na-tron und 55,7 Schwefelsäure; nach Verzelius aus 43,72 Natronund 56,28 Schwefelsäure, nach Longchamp aus 43,86 Natron und5K,l4 Schwefelsäure; es ist dl»5 — 392,062, und enthält, hieraus be-rechnet, 42,8! Natron und 56,18 Schwefelsäure in 100 Th.
Das Natron kann sich, eben so wie das Kali, auch mit 2 At. Schwe-felsäure verbinden, und stellt dann das saure oder zweifach schwefel-saure Natron dar, wobei also 1 At. einfach schwefelsaures Natron —892,062 noch 1 At. Schwefelsäure — 201,165, also 100 einfach schwefel-saures Natron 56,19 trockne Schwefelsäure aufnehmen. Da nun Vitriolölvon 1,850 in loa nur 81,5 trockne Schwefelsäure enthält, so sind die ge-fooerten 56,19 trockner Schwefelsäure enthalten in 68,95 Vitriolöl von 1,850spec. Gew.: man erhalt also dieses Salz, wenn man 10 Th. wasserfreiesneutrales salz mit 6,895 oder besser mit 7 Th. Schwefelsaure von 1,850spec. Gew. übergießt, und das Salz bei gelinder Wärme schmelzt, mit derVorsicht, daß die Masse nicht überkocht. Das Kochen entsteht durch dasEntweichen des Wassers der Schwefelsäure. Man sühn zu erhitzen fort,bis das Salz bei braunem Glühen ohne zu kochen stießt, worauf man eserkalten laßt. Dieses Salz ist in Wasser leicht löslich; es löst sich in seinem