IVatruin 8uIj)Kurieuln 6epuratum cr^Ztallisatum 6 l 5
Das schwefelsaure Natron entdeckte und beschrieb Rudolph Glau-ber ,658 zuerst, und nannte es Wundersalz (8»l mi>-»l>,Ie), wovonspäter Glaubec's Wundersalz entstand. Er entdeckte dieses Salz bei Be»Handlung des Rückstandes von der Destillation der Salzsäure aus demKochsalze, vermittelst der Schwefelsaure. In der Folge war man beidem vermehrten Gebrauche des Glaubersalzes vielfältig bemüht, andereVerfahrungsarten zur Darstellung dieses Salzes auszumittel». So schriebNeumann 114« ein Verfahren vor, dieses Salz aus einer Mischungvon Vitriol und Kochsalz, Alaun und Kochsalz, und aus andern Mi-schungen von schwefelsäurehaltigen Körpern und Kochsalz durch Krostal-lisation darzustellen. Ueber dergleichen Darstellungsarten des Glauber-salzes wurden in der Folge von Greu, Göttlina, Hahne mann.Wieg leb, Klaproth u. m. A. häufige Versuche angestellt.
Das schwefelsaure Natron kommt sehr häufig schon von der Naturfertig gebildet vor (i. Th. S- 723), wird aber auch häufig bei chemi-schen Arbeiten alsNebenproduct erhalten; so wird, nach der von Bau-me im Jahr 1776 gemachten Entdeckung, daß der Pfannenstein mehrererSalzsohlen Glaubersalz ,in großen Mengen enthalte, eine bedeutendeMenge dieses Salzes, namentlich zu Schönebeck, gewonnen, laher esdenn seines vielfältigen Gebrauches wegen einen bedeutenden Handelsarti-kel abgiebt. Dieses käufliche S»!z muß aber zum pharmaceutlschen Ge-brauche durch Auflösen und Umkrostallisiren gereinigt werden.
Das schwefelsaure Natron krpstallisirt in wasserhellen, quadratischenOktaedern, rhombischen Säulen oder unregelmäßig sechsseitigen gestreif-ten Säulen mit 2, 4 oder 6 Flächen zugespitzt; ans großen QuantitätenLauge erhält man zuweilen Krpstalle von ungewöhnlicher Größe. Esbesitzt einen anfangs kühlenden und dann bitterlich salzigen Geschmack;verwittert an der Luft, und zerfällt zu einem weißen Pulver, wobei essein Krpstallwasser verliert, welches 55,16 Proc. beträgt, dessen Sauer-stoff sich zu dem des Natrons wie iu: 1 verhält. Uebergießt man esdann mit gerade dieser Menge Wasser, so erstarrt es damit nach einerWeile unter Temperaturerhöhung zu einer salzartigen Masse.
Das schwefelsaure Natron hat aber auch die Eigenschaft, die zuerst vonHaidlnger entdeckt worden ist, aus einer warmen Auflösung ohne Wasserzu krystallisiren, und vorzüglich hat M i tsche rlich (Poggend. Ann. XI.S. 323.) durch Versuche gezeigt, daß die Glaubersalzkrystalle. wenn sie ineiner mehr als > 33° C. warmen Auflösung auschießen, kein Wasser ent-halten. Man erhält dieses wasserfreie krystallisirte Salz sehr leicht, wennman eine concentrirte Auflösung bei eiuer Temperatur über 4- 33° E. krv-stallisiren läßt, oder wenn man Krystalle von wasserhaltigem schwefelsauremNatron, die man in eine Schale oder auf Papier gelegt hat, durch Er-wärmen langsam entwässert, auch wenn man wasserfreies schwefelsauresNatron schmelzt. Auch in einer euglischen Sodafabrik (Thomson inBrandes's Archiv XXlil. 1827. S. 8.) hatte man schon mehrmals Kry-