Druckschrift 
2 (1833) Zusammengesetzte Mittel
Entstehung
Seite
477
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Kali carboniouln L 1'artHro

477

«hält dadurch ein eben so leines Kali, bei welchem man außerdem noch vordem Kochsalze sicher ist, welches dem gereinigten Salpeter oft anhängt.Dieses Verbrennen darf aber nicht in steinernen oder thönernen Tiegeln ge-schehen, weil sonst das Kali wahrend des Brennens durch Kieselsäure oderThonerde verunreinigt wird. Berzelius bemerkt jedoch, daß, wenn auchdas Verbrennen in Gefäßen von Platin oder Eisen geschah, die Auflösungkalkhaltig und auch nicht kieselfrei sey. Läßt man dieselbe einige Woche«lang in einem Glasgefäße stehen, so setzen sich auf die innere Fläche desGlases kleine Krystolle ab, welche kohlensaurer Kalk sind. Wählt man zudieser Darstellung des kohlensauren Kalis rohen Weinstein, so wird sowohlbeim Verkohlen desselben für sich, als auch beim Verpuffen mit Salpeterauch etwas Cvankalium gebildet, von der stickstoffhalttgen Weinhefe herrüh-rend. Um aus dem kohlensauren Kali jede Spur von schwefel- und salz-sauren Salzen zu entfernen, neutralisirt man Weinsteinkali mit destillirtemCssig, fällt durch essigsaure Barytaufiösung die Schwefelsäure, durch essig-saure Silberauflösung die Salzsäure, filtrirt von dem Niederschlage ab,und verdunstet die Flüssigkeit zur Trockne. Das gewonnene essigsaure Kaliwird cckmaUg in einen glühenden eisernen, oder besser silbernen Schmelztie-gel eingetragen, und wenn die Essigsäure zerstört ist, die kohlige Masse mitdestillirtem Wasser ausgezogen, die Auflösung filtrirt und zur Trockne ver-dunstet. Die etwa im Ueberschusse zugesetzten Salze, der essigsaure Barytund das essigsaure Silverorpd, werden eben so wie das essigsaure Kali ihrerSäure beraubt, die dann zurückbleibende» Basen aber, Baryt und Silber,sind in Wasser unauflöslich, und demnach für das Kali ohne Nachthcil.Das einfache, nach Verzelius das neutrale kohlensaure Kali isteine weiße Salzmasse, gewöhnlich in Pulverform, oder in weißen festenStückchen. Es kann krystallisirt erhalten werden, wie Fabroni gezeigthat, wenn die Auflösung bis zu i,«2 spec. Gew. (in der Wärme genommen)abgedampft, darauf in ein hohes und schmales Cplinderglas gegossen,und langsam erkalten gelassen wird, wobei das Salz in langen rhomboida-len Tafeln anschießt, welche an der Luft sogleich zu zerfließen anfangen.Die Mutterlange, welche kalt i,62 spec. Gew. hat, liefert bei erneuerterAbdampfung noch mehr Krystalle. Es schmeckt scharf, aber nicht ätzendalkalisch, und wurde deshalb ehemals mildes Ulkalt genannt. Zum Wasserhat es großeVerwandtschaft und zerfließt an der Luft zu einer concentrirten,ilar.'ig fließenden Flüssigkeit, dem Oleum 7«rlÄli per 6«l>quium deraltern Chemiker; es erfodcrt vom Wasser nur sein gleiches Gewicht zurAuflösung, die unter beträchtlicher Erwärmung erfolgt. In Alkohol istesunauflöslich, entzieht aber demselben das Wasser. Das krpstallisirte Salzenthält«, Proc. Krystallwasser, dessen Sauerstoff zweimal soviel wie derder Basis beträgt. Das eingekochte Salz ist wasserfrei. Wird es stark inemem Strome von Waffergas geglüht, so wird die Kohlensäure ausgetrie-ben und Hvdrat gebildet. Von Kohle wird es in heftiger Weißglühhitze inKohlenorydgas und Halium zerlegt. Die Bestandtheile dieses Salzes sind

HW

<s

ss^