Druckschrift 
2 (1833) Zusammengesetzte Mittel
Entstehung
Seite
380
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

38o

Lxlracta

bilien schon durch gelindere Wärmegrade zerstört werden, als die an-dern Bestandtyeile. Statt eines hockst wirksamen ErtracteS, welches vondem Arzte mit Vorsicht und in kleiner Dose verordnet wird, würde einunschädliches Mittel dargestellt, welches gerade durch seine Unschädlich-keit in dringenden Fällen den größten Nachtheil bringen würde. Crfo,dern also im Allgemeinen die Ertracte die größte Aufmerksamkeit beiihrer Vereitung, so ist dieses bei den narkotischen Ertracten noch weitmehr der Fall, und kein gewissenhafter Apotheker wird sich einem Vor-wurfe, der ihn in dieser Hinsicht treffen könnte, aussetzen.

Die narkotischen Kräuter sollen aber, wie die Pharmakopoe ausdrück-lich vorschreibt, nur von den wildwachsenden, nicht von den cultivirtengenommen werden: mehrere der hier aufgeführten narkotischen Pflanzen,als Eisenhütlein, Belladonna, Digitalis, Gratiola, selbst Giftlattig, wach-sen indessen nickt in allen Gegenden, und der Apotheker befindet sich indem Falle, daß er der Vorschrift unmöglich vollständig genügen kann, ersoll diese Präparate selbst bereiten, und doch kann er sich den Stoff dazunicht verschaffen. Es bleibt in diesem Falle nichts übrig, «ls entwederdiejenigen narkotischen Ertracte, wozu die Pflanzen in seiner Gegend nichtcinheimiich sind, auf dem Wege des Handels zu beziehen, oder dieselbenaus den getrockneten Pflanzen zu bereiten. Der erste« Ausweg ist nurdann zulässig, wenn die Ertracte aus der natürlichen Heimath der Pflan-zen mit der völligen Ueberzeugung bezogen werden können, daß bei Berei-tung derselben nach Vorschrift der Pharmakopoe und mit der nöthigenSorgfalt verfahren worden sey; sicherer ist der zweite Ausweg, die Pflanzenaus ihrer Helmatl, im frisch getrockneten Zustande zu beziehen, wo der Apo-theker Gelegenheit hat, sich von der Güte der Vegetabilien durch den Au-genschein zu überzeugen, ehe er sie zur Ertractbereitung verwendet (derglei-chen narkotische Kräuter, wie ich sie aus der Waarenhandlung des HerrnBatk« in Prag erhalten habe, zeigen durch den Augenschein, daß beiEinsammlung und Trocknung derselben mit ganz vorzüglicher Sorgfalt»erfahren worden). Aus solchen gut getrockneten narkotischen Kräutern,nach der bei Lxlr<«:«iim ^cnnili gegebenen Vorschrift, selbst bereitete Er»tracte möchten den aus frischen Kräutern bereiteten Dicksäften an Wirksam-keit wohl nicht nachstehen, sicher dieselben aber übertreffen, wenn man die inGärten gezogenen Pflanzen zur Bereitung der Dicksäfte verwenden wollte.Die Farbe der aus frischen Pflanzen bereiteten Dicksäfte ist im Allge-meinen, wegen des beigemischten grünen Satzmehls, und auch wegen desChlorophylls, mehr grünlich als bei den Ertracten. Das Eisenhütlein-und Belladonnaertract weichen auch wohl nur dann von den bereits erwähn-ten Ertracten etwas ab. Das Ringelblumenertract hat das Ansehen, inwelchem es, als mit vorzüglichen Heilkräften begabt, eine Zeitlang gestan-den hat, nicht behaupten können. Das Schölllroutertract hat einen schar-fen Geruch und einen bitterlichen, etwas ekelhaften, scharfen Geschmack.Das Wasserschierlings«!«« zeigt durch Geruch und Geschmack, daß es die