Oaloalia «ul^Ilurala
297
Gemenge zum Glühen in einer Retorte. Dieses Präparat wird verschiedenausfallen, nach Maßgabe'des angewandten Temperaturgrades. Bei gelin-der Hitze entsteht außer der Kalkschwefelleber auch noch unterschwefligsaureKalkerde, in höherer Temperatur schwefelsaure Kalkerde, und gewöhnlichwar das Präparat ein Gemenge von allen -drei Substanzen. Die vorigePharmacopöe schrieb vor, gleiche Theile Schwefel und Austerschalen oderirgend einer andern kohlensauren Kalkerde in einem bedeckten Tiegel eineViertelstunde hindurch glühen zu lassen (vergl. l<»li «»lpKui-aium). c)Man mischt geschlemmte schwefelsaure Kalkerde mit Kohlenpulver undglüht das Gemenge in einem bedeckten Tiegel. Dieses Verfahren hat diePharmakopoe jetzt aufgenommen, und auf ? Tl>. Gvps l Th. Kohlenpulvervorgeschrieben. Die Substanzen müssen, damit die Berührungsflächenvermehrt werden, recht fein gepulvert seyn, dann stampft man es ineinen Tiegel fest ein, lutirt einen Deckel mit Bolus und Sand auf, undsetzt das Ganze eine Stunde hindurch einer starken Rothglühhitze aus,wobei nur eine kleine Oeffnung bleibt. Durch den Kohlenstoff werden inder Glühhitze sowohl der Schwefelsäure als der Kalkerde der Sauerstoffentzogen, kohlensaures und Kohlenorpdgas gebildet, welche entweichen,worauf nun Calcium und Schwefel zu Schwefelcalcium zusammentreten.Da5 erhaltene Präparat ist das erste Schwefelcalcium, auf 1 At.Calcium 1 At. Schwefel enthaltend, welche Schwefelungsstufe immer nurauf trockncm Wege erhalten werden kann. Es ist ein graulichweißesPulver, welches bisweil«! auch wohl röthlich oder bräunlich ist. Es istgeruchlos, entwickelt aber, mit Wasser befeuchtet, ben Geruch nach Hydro-thiongas, schmeckt alkalisch und schweflig. Sauren entwickeln daraus sehrreichlich Schwefelwasserstoffgas. Im Wasser ist es schwer aufiöslich, eserfodert gegen 5uu Th. Wasser und giebt eine farblose Auflösung; wirddiese im luftleeren Räume abgedampft, so bleibt das Zchwcfelcalcium inweißen Krystallen auf den Wänden des Gefäßes zurück. Nach der Formel^»8—457,184 bestehen j«oTH. aus 56 Calcium und 44 Schwefel.
Wird Kalkerdehydrat mit Schwefel und Waffer gekocht, so setzen sich,wenn die noch nicht mit Schwefel ganz gesättigte Flüssigkeit langsamabgekühlt wird, gelbe Krystalle daraus ab. Diese sind, nach Herschel'sVersuchen, das zweite Schwefelcalcium- Das zweite Schwefelcalcium istnach Herschel's Analyse in diesen Krystallen mit 43,45 Proc. Krpstall-wasser verbunden, dessen Sauerstoff dreimal so viel beträgt, als erfoder-lich wäre, um mit dem Calcium Kalkeide beroorzubringen.
Wird kaustische Kalkerde, oder besser das erste schwefelcalcium, mitWasser und Schwefel gekocht, so löst es den Schwefel auf, bis das Cal-cium 5mal so viel Schwefel als in der ersten Sckwefelungsstufe aufgenom-men hat. Wird hierbei das Wasser, besonders im Anfange, in kleinen Men-gen zu dem Gemenge aus Aetzkalk und Schwefel gegossen, so entsteht einesehr starke Erhitzung, welche die Verbindung des Schwefels mit dem Radi-kale der Kalkerde sehr befördert; man setzt auf 4 Th. Kalkhydrat ia Th.
>'
l