Einleitung 9
Alexander der Große fand bei der Eroberung von Susa auf50,000 Talente geschätzten Purpur, der, obgleich l92 Jahre alt,dennoch so lebhaft wie neuer aussah.
Bei den Chaldaern hatten die Wissenschaften schon zuvor Ein-gang gefunden, so daß sie im Alter der Wissenschaften den AeZyp-lern nichts nachgeben, wenn sie solche darin mchi noch übertreffen.Sie halten den Zoroaster für den Urheber ihrer Philosophie; dochauch dessen Geschichte ist so dunlel, daß es noch nicht ausgemachtist, ob nicht etliche Personen unter diesem Namen vorkommen.
Unter den Persern war Zardust oder Zaradust, auch Moggenannt, als Erfinder der Magie bekannt. Hier findet sich die sehralte Gewohnheit,'die Metalle mit dem Namen der Gestirne zu be-legen. Fast von Anfange der Welt an sind die Wirkungen der Ge-stirne als von großem Einflüsse auf das Irdische angenommen wor-den, und dies ist wohl der älteste und einleuchtendste Grund, war-um die Metalle, als zu unserm Sonnensysteme gehörige Körper,mit den bis auf unsere Zeiten üblich gewesenen Zeichen der Gestirnebelegt worden sind; doch mag auch wohl das Bestreben, die Ge-heimnisse zu verbergen, zu den chemischen Zeichen Gelegenheit ge-geben haben.
Zu den Römern scheint die Chemie von den Aegypcern undGriechen gekommen zu seyn. Ihre kriegerische Verfassung war demEmporkommen der Wissenschaften hinderlich. Der erste griechischeArzt in Rom, ArchagateS aus dem Peloponnes, bekam den Na-men Schinder («»rnile.v) (ob «»eviti»n, 8emnäi et nrenili). Catonannte alle griechischen Aerzte Vergifter, und riech bei den altenHausmitteln zu bleiben. (Cato hat überhaupt seine Abneigunggegen alles Griechische in einer Anrede an seinen Sohn ausgespro-chen: Lt üoe ziull», vlllen» llixi5«e: i^uiüicloeunHu« i«ta Aki«zu»« Ütern« clnliit, omni« corrnmpet.) Als die Römer als krie-gerisches Volk-burch Unmaßigkeit und Verschwendung verderbt wa-ren, mißbrauchte man die Kunst« zu Schwelgereien, schönen Klei-dern :c., doch wurden eben dadurch die chemischen Kenntnisse weiterverbreitet. Caligula hat Alchemie getrieben, und aus OpermentGold zu machen gesucht. Plinius hat ein geistvolles Bild derihn umgebenden Natur entworfen, und seine 37 Bücher der Natur-geschichte (cle rernm nalur») enthalten für Chemie und Physik vielSchaßbares. Constantin, 337 I. nach Chr., hat durch seinen