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1 (1855)
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Mandeln und das My rosin des Senfsamens an, beides Fer-mente. Ersteres ist wichtig, bei Gegenwart von WasserAmygdalin in das flüchtige Bittermandelöl, letzteres die imSenf enthaltene Myronsäure in flüchtiges Senföl umzuwandeln.

Ein ähnlicher Gährungserreger ist das Diastas, wel-ches während des Keimungsprozesses in den Gersten- undWeizenkörnern entsteht, und sich durch seine Eigenschaftauszeichnet, in geringer Menge in Wasser gelöst, grosseMengen Stärkemehl in Stärkemehlgummi und Krümelzuckerumzusetzen. Ueber 70° erhitzt wird jedoch diese Wirkungzerstört.

Unter anderen stickstoffhaltigen indifferenten Pflanzen-stoffen verdient das Chlorophyll oder Cliromüle, Blatt-grün, Erwähnung. Es ist die Ursache der grünen Farbe derPflanzen und besonders derjenigen, welche sich unter Ein-fluss des Lichtes entwickelt haben. In Gestalt kleiner gelb-lichgrüngefärbter Kügelchen ist es in den Zellen abgeson-dert. Uebrigens ist es kein reines Pigment, sondern es fin-det sich stets in Begleitung von Proteinkörpern, Stärkemehl,in Sonderheit aber mit Wachs, welches gleichsam seineGrundlage ist. In Weingeist, Aether und einigen koncentr.Säuren ist es mit schöner grüner Farbe löslich, durch Was-ser wieder daraus fällbar. Sonnenlicht macht es gelb (Xan-thophyll). Die übrigen Farbestoffe der Pflanzen sind viel-leicht nur Modifikationen des Chlorophylls.

Vegetabilische Basen oder Alkaloide.

Alkaloide kommen in sehr vielen Pflanzengattungen vor.Mindestens sind sie zusammengesetzt aus Kohlenstoff, Was-serstoff und Stickstoff, welchen sich bei vielen Alkaloidennoch Sauerstoff zugesellt. Sie reagiren alkalisch und sinddurch die Eigenschaft charakterisirt, mit Säuren salzartigescharf- oder bitterschmeckende Verbindungen einzugehen,aus welchen sie unverändert durch stärkere Basen abgeschie-den werden. Hierdurch unterscheiden sie sich von denstickstofffreien Körpern mit basischen Eigenschaften z. B.dem Aethyloxyd, Glyceryloxyd, welche gleichfalls mit Säu-ren salzartige Verbindungen eingehen, aber in den meistenFällen nicht ohne Verlust ihrer basischen Eigenschaften sich