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wir darüber so gut wie nichts. Man muss nicht glauben, dass jedesogenannte interne Applikation des Mittels, eine allgemeine oder Blut-wirkung der Arznei bedinge, bleiben die Ingredienzien einer medika-mentösen Uterusdouche, die Injectionen in die Blase, die Gargarismen,wahrhafte und echte äusserliche Topica, deren Wirkung auf das Blut-leben direkt und primär entweder Null oder doch unbeabsichtigt ist,so muss auch die innere Gabe verdünnter Silberlösungen bei Magen-katarrhen, Sarcina und Blutungen an der intestinalen Schleimhaut-iläche als eine rein topische Applikation aufgefasst werden, da eschemisch und physikalisch für den Heilvorgang gleichgültig ist, ob diezu behandelnde Schleimhautfläche im Auge oder im Mastdarme liege.Durch seine Fähigkeit, das Blut zu koaguüren, die Gefässe zu contra-hiren und trockene Schorfe zu bilden, wird sich daher der Silbersalpe-ter zu einem vortrefflichen Haemostaticum eignen, wenn es sich umgefahrdrohende Capillarhaemorrhagien erreichbarer Schleimhäute desIntestinal- und Urogenitalsystems handelt. In dem Augenblicke aber,als die Schleimhautparzelle diesem topischen Mittel unerreichbar wird,hat es auch seine blutstillende Kraft völlig verloren, wie wir es deut-lich an den Nierenblutungen sehen. Mischt sich die innerliche Gabeeines Silbersalzes mit den inquilinen Säften des Thierkörpers, so wirdsie zuerst durch die allgegenwärtigen Chloride dieser Säfte, dem un-umgehbaren chemischen Gesetze zu Folge, möglichst rasch in Chlor-silber verwandelt; erst ein Ueberschuss der Silberdosis über die dis-poniblen Chloride, wird seine topische, reizende und ätzende Wirkungentfalten, die endlich mit der Bildung von Silberoxyd-Protcinatenschliesst. Ist nun durch anderweitige Umstände das indifferente Chlor-silber mit einem Ueberschuss von Kochsalz und Natron-Albuminatin längerer Digestion begriffen, so können sich lösliche Chlorosalzeund Doppel-Albuminate des Silbers und der Alkalien in kleiner Mengebilden, welche schliesslich zur Eesorption und durch den nicht weitergehemmten Weg der Endosmose ins Blut und in die Säfte gelangen.Die Menge, in welcher sich diese Verbindungen lösen, ist zu gering,um eine acute Blutvergiftung hervorzurufen, und die gewöhnlichvorkommenden Vergiftungen von Silbersalzen sind rein topischer Naturgewesen. Welche Merkmale aber die sicher existirende chronischeVergiftung des Blutes durch eine kleine circulirende Silber-Verbindungbiete, ist bisher mit Ausnahme eines einzigen Symptomesdes Teint-Bronce,der Argyrose, durchaus nicht zu ermitteln gewesen. Der Teint-Broncelässt sich künstlich in Zeit weniger Monate hervorrufen, wie ich michan Meerschweinchen überzeugte, die ich mit einer Flüssigkeit längereZeit zwangsweise tränkte, welche erhalten war durch Digestion vonNatron-Albuminat des Hühnereies mit den kleinen teträedrischen Kryställ-chen des eigens zu diesem Zwecke dargestellten Delioux'schen Salzes,des Silberammonchlorids Ag Cl. NH 4 Cl. Die in die allgemeine Säf-temasse überführte Silberverbindung wird in den äusseren, dem Lichtezugekehrten Körpertheilen, durch einen photographischen Prozess all-
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