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1 (1860)
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I

Aqua phagedaenica decolor, Farbloses Schwär-wasser, Liquor mercurialis, Liquor hydrargyri

bichlorati.

Rp. Aetzendes Quecksilberchlorid. , . sechszehn Grane

Gereinigten Salmiak.......eineDrachme

Destillirtes Wasser . •......vierPfunde

Man löse es und bewahre das Filtrat in einer Glas-flasche.

Sublimat und Salmiak gehen eine Doppel-Verbindung zu einemChlorosalze ein, in welcher der Sublimat die Chlorosäure und derSalmiak die Chloroblase ist, und welche in schönen Krystallen erhal-ten weiden kann: Amonqueeksilberehlorid ; 10 Theile Sublimat verbin-den sich stöchiometrisch mit 4 Theilen Salmiak, da eine solche Ver-bindung existirt, leicht und chemisch rein in Krystallen erhalten wer-den kann und die antiphagedänischen Wirkungen nur dem Sublimatezukommen, so ist es unbegreiflich, zu welchem Zwecke der enormeSalmiak-Ueberschuss in der officinellen Formel postulirt sei. —

IWVIII.Aqua phag-edaenica lutea, Gelbes Schwärwasser.

Rp. Aetzendes Quecksilberchlorid . . eineDrachme

Kalkwasser............ein Pfund

Man mische es zur Zeit des Bedarfes.

Der in der vorgeschriebenen Menge Kalkwasser gelöste Aetzkalkreicht nicht hin, das Quecksilber des Sublimats als gelbes Oxyd zufällen, das Wasser besteht somit aus einer grossen Menge unzersetz-ten Sublimats, der da wirkt, und aus einer kleinen Menge hier indif-ferenten, gelösten Chlorcalciums und einer ebenso kleinen Mengegefällten, gelben Quecksilberoxydes, das die aufgerüttelte Flüssigkeitgelb färbt und in jener kindischen Jncunabularzeit der Medizin, woman die Mittel und Krankheiten nach Farben klassifizirte und dieLeucophlegmasien mit weissen Wurzeln kurirte, allerdings viel fürsich hatte. Wann wird endlich die Zeit kommen, in der man denMuth hat, mit derlei albernen Traditionen der alchymischen Chemiatrieoffen und ehrlich zu brechen!?

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