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Die frischen oder im Verhinderungsfälle an der Sonne oder inwarmer Luft getrockneten oder eingesalzenen organischen Substanzen,vorwaltend aromatischer Pflauzentheile, werden auf das feinste ver-kleinert zerschnitten oder gehackt, und aus einer Destillirblase ent-weder mit blossem Wasser oder zur Erhöhung des Siedepunkts undbesseren Extraction mit Kochsalz oder Chlorcalciumsoole destillirt. DieDestillation hat entweder im Chlorcalciumbade mit eingesetzten Sieb-boden der Blase, oder was eigentlich ausnahmslose Regel für derleiDestillationen sein sollte, mit einfachen oder gespannten Dämpfen zugeschehen. Dieser Destillation hat eine mindestens 12stündige Mace-ration mit dem zur Destillation gewählten Cohibenz (Soole oder Was-ser) voranzugehen, damit namentlich die trockenen Substanzenhinlänglich erweicht und aufgeschlossen werden. Wählt man Wasserals cohibirte Flüssigkeit, so braucht man sich vor Brunnenwassernicht zu scheuen, denn der Vorwurf, der ihm von einer Seite wegenseines Salz- und Kohlensäure-Gehaltes in Beziehung auf die leichteVerderbniss der solchergestalt gewonnenen Wässer gemacht wurde,ist völlig ungerecht, ja ich kann es sogar empfehlen, das Wasser miteiner kleinen Menge doppelt kohlensauren Katron, etwa 10 Graneper Mass zu versetzen, was in den wenigsten Fällen durch die Ent-stehung anderweitiger Zersetzungsprodukte stört, im andern aber dieMaceration und freie Abscheidung des ätherischen Oels kräftig unter-stützt. Vor dem beliebten Zusätze von Kalk und Weingeist muss aufdas bestimmteste gewarnt werden, weil ersterer fast immer brenzli-chen Beigeruch, letzterer aber bei der Verdünnung des Destillats einehereinbrechende Essigbildung und Verwesung veranlasst. Der Destillir-apparat muss stets blank gescheuert werden, namentlich an den ku-pfernen und bleiernen Löth- und Verbindungsstellen, weil sonst spu-renweise metallische Verunreinigungen des Destillates unvermeidlichsind. Die destillirtcn Wässer besitzen nicht alle gleich in der Vor-lage den charakterischen Geruch der Pflanze sondern bedürfen öftersnamentlich das Lindenblüthen,- Flieder-, Kosen- und Himbeerwassereiner kurz dauernden atmosphärischen Oxydation, um ihren eigenthüm-lichen Geruch zu verrathen. Eine nochmalige Rektifikation der de-stillirten Wässer, unter Zusatz von kleinen Mengen von Alaun undder Vorsicht, höchstens zwei Drittheile überzuziehen, ist in vielen Fäl-len höchst räthlich, weil nur zu oft bei der ersten Destillation schlei-mige und extraktive Materien mit übergerissen werden, die eine un-aufhaltsame, halb der Gährung, halb der Säurebildung und Verwesungangehörende Verderbniss der Wässer herbeiführen, die durch Verfär-bung, Trübung, widrigen Geruch, (selbst Hydrothion,-Entwicklung, wiebeim Rosenwasser, schleimiger Bodensatz, saure Reaktion und Zähflüs-sigkeit sich kundgibt und gewöhnlich von Algen und Pilzbildungenbegleitet wird. Solche verdorbene Wässer pflegen mit Magnesia auf-gebessert und fillrirt zu werden, wodurch ihre Säure neutialisirt, unddie schleimigen übelriechenden Stoffe durch Flächenwirkung entzogen
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