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beobachtan zu können. Es bildet sich nämlich zuerst Wasser,Bornsteinsäure und flüchtiges OM, das bei zunehmender Tempe-ratur immer zähflüssiger wird. Der Bernstein schmilzt hiebei, undsobald er mit ruhigem Spiegel ohne weiteres Schäumen fliesst,muss der ganze Vorgang unterbrochen werden, einerseits, weilkeine Bernsteinsäure mehr übergeht, andererseits, weil sich dassogenannte Bernsteincolophon, ein sehr verwerthbares, zur Fir-nissbereitung benutztes Nebenprodukt bis zur gänzlichen Unbrauch-barkeit zersetzen würde, wobei sieh Brandöhl, Kohle und soge-nannter Bernsteincampher abscheiden würden. Die Vorlage, dienur ganz lose an die Retorte angesteckt wird, muss durch flies-sendes Wasser rasch und gut gekühlt werden. Schon der Retor-tenhals incrustrirt sich mit Bernsteinsäurekrystallen, die sich mehrin der Vorlage aufhäufen und sich auch in dem übergehendenWasser lösen. Derjenige Theil der Ausbeute, die kaum über3 Pcrcente des Bernsteins beträgt, der nicht zu stark gelb oderbraun gefärbt ist, bedarf keiner weitem Reinigung, um aus denHandel in den Arzneischatz überzugehen; die dunkler gefärbten,öhlreichern Fractionen werden in dem Wasser der Vorlage, vondem man die aufschwimmende Ohlschicht durch einen Heber odermittelst der Capillarität eines Baumwollendochtes oder durch Fil-tration über ein wasserfeuchtes Filter vorläufig getrennt hat, un-ter Erwärmung aufgelöst und zur Krystallisation eingedampft.Diese kärgliche Ausbeute der Bernsteinsäuredestillation lässtsich geradezu verdoppeln, wenn man den Bernsteingrus mit 20Percenton einer Säure durchfeuchtet und macerirt, welche durchVermischen von 1 Theil Nordhäuser Schwefelsäure mit 2 TheilenWasser hergestellt wurde ; nur ist in diesem Falle das Bernstein-colophon behufs weiterer Brauchbarkeit zur Firnissfabrikation miteiner Sodalösung auszukochen. Den hier entwickelten Umständenzufolge kann von einer Darstellung der Bernsteinsäure im Klei-nen vom ökonomischen Standpunkte aus durchaus keine Rede,sein. Betont muss auch die Bestimmung der Pharmakopoe wer-den, welche gelbliche, nach Bernsteinöhl riechendeKrystalle für das officinelle Präparat verlangt, weil hiedurch nichtnur jede chemische Reindarstellung des Präparats geradezu unter-sagt, sondern auch jede derartige Bereitung der Bernsteinsäure,die sie nicht durch trockene Destillation des Bernsteins, und so-mit ohne Bernsteinöhl erzeugt, von vorneherein abgeschnitten ist.