90
Paraphosphorsäure, B Phosphorsäure, welche 2 Äquivalente Wasserim freien Zustande besitzt, und2Äquivalente Basen sättigt, P0 3 2HO.Man erhält sie gewöhnlich als zähflüssigen Syrup von stark saurerReaktion; ihre Salze gehen ebenfalls beim Erwärmen rasch in diegewöhnlichen dreibasischen Phosphate über; sie charakterisirt sichnamentlich dadurch, dass sie Eiweis nicht coagulirt, die Silber-salze aber weiss fällt, in verdünnten Lösungen salmiakalischerBittererdesalze keine Fällung hervorruft und überhaupt eine Vor-liebe besitzt, lösliche Doppelsalze zu bilden.
i
1
Die glasige Phosphorsäure als Handelswaare ist nie rein,sie enthält immer Schwefelsäure , Kalk und Bittererde, nichtselten auch Arsen- Eisen- Blei- Thon- und Kieselerde, wovon daserstere aus der Schwefelsäure, die letzteren vier aus den Gefässenstammen. Behufs des Nachweises dieser Verunreinigungen hatman folgendermaßen zu verfahren: Man kocht zunächst einewässerige Lösung der Säure, um die Metaphosphorsäure in gewöhn-liche überzuführen, und die vielen durch die erstere gedrohtenanalytischen Täuschungen zu vermeiden. Hierauf sättigt man dieerkaltete Lösung mit Hydrothion. Eine gelb- braun- oder schwarz-gefärbte Fällung, respektive Trübung, würde einen Metallgehaltbedeuten, und zwar bei gelber Färbung Arsen, das übrigens imMarsh'sehen Apparate konstatirt werden müsste, und bei braunerFällung Blei. Versetzt man die mit Schwefelwasserstoff gesättigteund nöthigenfalls filtrirte Lösung mit Schwefelammonium, sowürde eine schwärzlich-grüne Fällung das Eisen verrathen , ver-setzt man die wässerige Lösung der Säure mit Salmiak und miteinem Ammoniaküberschussc, so bedeutet eine weissliche, inmikroskopischen Krystallbüscheln entstehende Fällung den Mag-nesiagehalt. Neutralisirt man eine andere Portion der Säure mitAmmoniak, und säuert hierauf mit Essigsäure an, so bedeuteteine'durch Kleesalz oder Oxalsäure entstehende Trübung, resp.Fällung, den Kalk; richtiger sollte eigentlich erst das Filtratnach dieser Fällung des Kalks, zur Ermittlung der Magnesiabenützt werden. Kiesel- und Thonerde, die überhaupt die Zer-fliesslichkeit und Löslichkeit der Säure sehr beeinträchtigen, scheidensich bei dem Auflösen derselben im Wasser, besonders bei An-wendung eines Ammoniaküberschusses, als gallertige Flockennach kürzerer oder längerer Zeit ab. Die Schwefelsäure endlich