39
Wenn Salz und Salpetersäure in höchster Konzentrationaufeinander wirken, so wird jedenfalls der Wasserstoff derSalzsäure durch den Sauerstoff der Salpetersäure zu Wasseroxydirt. Das Chlor der Salzsäure substituirt theils das ver-brauchte Oxygen der Salpetersäure, theils bleibt es frei alsChlorina liquida im Säurengemische absorbirt. Gay-Lussacund Davy haben diese Substitutionstypen durch Destillationin eine bei 7 Grad Kälte gekühlte Vorlage näher erforscht,und sie als Chlorsalpetersäure N0 2 Clj, als Chloruntersalpc-tersäure N0 2 CL, und endlich als Chlorsalpetrigo Säure, N0 2Cl erkannt. Es sind dies also lauter Verbindungen des Stick-oxyds, NO-2, mit 1, 2 und 3 Atomen Chlor. Ihre Bildung lässtsich auf folgende Weise erklären: 3 Cl H + NO,-, = K0 2 Cl 3+ 3 HO = N0 2 CL + Cl + 3 HO = N0 2 Cl -h CL -+- 3 HO.
Massige Erwärmung unterstützt alle Lösungsprozesse desKönigswassers, die Kochhitze aber verringert sie, da sie denwirksamsten Bestandtheil desselben, das freie Chlor, durchVergasung hinwegführt. Das Königswasser entwickelt mit denMetallen der Kupfergruppe Stickoxyd, mit den Metallen derPiatinagruppe gechlortes Stickoxyd, mit den Metallen der Ei-sengruppe, mit allen diesseits und mit Zinn jenseits derselben<>-ar kein Gas, da der Stickstoff der Salpetersäure unter demelcktrolytischen Einflüsse derselben in Ammoniak verwandelt wird.Durch Königswasser werden immer die höchsten Chlorungs-stufen der Metalle erhalten; alle Sulfurete, den Zinnober nichtausgenommen, werden darin gelöst, und ihr Schwefel zu Schwe-felsäure oxydirt. Soll Platin in Königswasser gelöst werden, somuss es aus rauchender Salzsäure und der konzentrirtesten Sal-petersäure von 1,5 spezifischem Gewichte gemischt werden.
I H
I
XI.
Ifidiun citi'icum, Citronensäure, acutum Citri.
Diese Säure, als Erzeugniss chemischer Fabri-ken, stelle farblose, angenehm aber stark sauerschmeckende, luftbeständige, rhombische Krystalle
i