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IV.Pliarinacotechnik.
Die Pharmacoteclinik befasst sich mit der Begriffsbe-stimmung der pharmazeutischen Kunstausdrücke (lernuni lechnici,)die häufig ein trauriges Vermächtniss alter Zeiten sind und eineskühnen Reformators harren, der sie endlich auszumerzen wagt.Zugleich bespricht sie die pharmazeutischen Manipulationen, vondenen wir manche, zugleich chemische bereits in dem Kapitel derCharakteristik abfertigten, von denen überhaupt Mohr in seinerpharmazeutischen Technik eine meisterhafte Schilderung entwirftObwohl die Form der Arzneien recht gut einer logischen Ein-thoilung fähig wäre, wenn sie dem Gesetze nüchterner Notwen-digkeit gehorchte, so ist sie es doch jetzt nicht, wo sie in demWust willkürlicher Schöpfungen jede Spur dieses Gesetzes ver-leugnet ; es wird daher gerathener sein, die einzelnen Arzneifor-men in alphabetischer Ordnung folgen zu lassen.
1. Aqua, Wasser. Wasser, welches über Stoffe abdestillirtwird, die flüchtige Gemcngthcile enthalten, wird ein gebranntes,abgezogenes, riechendes Wasser oder schlechtweg ein Wassermit dem Beisatze des Rohstoffes genannt. So das Bittermandel-wasser, Lavendel wasser, Brechnusswasser, Rosenwasser, Kirsch-lorbeerwasser etc.
2. Dolus, der Bissen, eine fast nunmehr obsolete Form, nichtzu verwechseln mit bolus, einem Fossile ist begreiflicher Weise nurbei der starren Aggregatform, bei dieser aber durch Zuhülfenahmeindifferenter Teige undOblaten im ausgedehntesten Masse anwendbar.
3. Curat um das Cerat, Olwachs, die Wachssalbe ist ein ausOl und Wachs verschmolzenes Vehikel für Harze oder andereArzneikörper äusserer topischer Anwendung, es ist nicht so hart,wie ein Pflaster und härter als die Salbe. Als ceratt/m celaceibildet es die weisse und gefärbt die rothe Lippenpomade.
4. Colatura die Seihe. Alle Dekokte, Infusa und Infuso-Dekokte, alle Lösungen und Digestionen müssen zur Scheidungder ungelösten und bloss aufgeschlemmten Theile durch ein fei-nes Seihetuch (Colaforium) geseiht werden. Geschieht diesesDurchseihen durch einen dichteren Stoff wie etwa durch reinesungeleimtes Papier, so entsteht das Filtrat. Stoffe, welche orga-nische Substanzen zersetzen, sie oxydiren, verkohlen etc., dürfenselbstverständlich weder durch Papier, noch durch Colatorien fil-