Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
811
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

811

Reineö destillirtes Wasser muß ganz klar, hell und färben»los feyn, keinen Geruch und Geschmack besitzen, weder dasLakmus» noch Curcumavapier verändern, indem es im erster«Falle eine Säure, im letzleren Ammoniak enthielte, welch letz»teres vorzugsweise durch zugetropfte salpetersaure Quecksilber»oxydulsolution wahrnehmbar wird, da solche eine schwarze Fär»bung hervorbringt; weiters darf salpetersaure Barit» und Silber»nitrataufiösung keine» Salzgehalt, reines kohlensaures Kali keineerdigen Beimengungen, Ammoniafflüffigkeit und eisenblausauregKali keinen Metallgehalt, so wie zugesetztes Kalkwasser keineaufgenommene Kohlensäure anzeigen, hauptsächlich mit basischessigsaurer Bleisolution sich ohne Trübung mischen lassen, end-lich in einer reinen Schale verdampft, keinen Rückstand hinter»lassen. Meist enthält eS noch etwas organische Beimengungen,daher mit Silberaufiösung versetzt und dem Lichte ausgesetzt, eSeine röthliche Färbung annimmt, von welcher eS nur durch ein»ständiges starkes Erhitzen in einem verschlossenen Gefäße befreitwerden kann.

Das destillirte Wasser ist daS Vehikel vieler Arzneimittel,daher es zur Auflösung von Salzen, Ertrakten und andern Arz>neimitteln benutzt und womit viele derselben verdünnt, so wiederen Vereinigung bewirkt wird; auf diese Weise sind die aroma»tisch destillirte« Wasser als eine Auflösung der ätherischen Oehlein jenem zu betrachten, wie denn auch zu chemisch und pharm«»ceutischen Operationen dasselbe, wie häufig vorgekommen, viel»fach in Anwendung gesetzt wird, und als wesentliches Bedingnißzur entsprechenden Darstellung der verschiedenen Präparate sicherweiset.