/-,
— 805 —
Wasserstoff, l Atom Sauerstoff und 2 Atomen Chlor bestehend, auchAcetylorychlorid genannt, weil solcher so zusammengesetztist, daß man ihn als Essigsaure ansehen kann, worin 2 AtomeSauerstoff durch eben soviel Chlor ersetzt sind; endlich kann sichbei weiterer Einwirkung des Chlors auf Aether das so benannteChlorätheral bilden, d. i. Aether, worin 1 Atom Wasserstoffdurch 1 Atom Chlor vertreten wird. — Das Chloral, Chlor-äthyl, Chloräther, ja selbst das Chlorätheral und das Aldehydbilden zusammen eine ungefärbte, ölige, gewürzhaft riechendeund scharf aromatisch schmeckende, in Wasser zu Boden sinkendeFlüssigkeit, früher schwerer Salzäther genannt, die aberaus obangegebener Ursache keine unveränderliche Zusammen-setzung, fohin auch keinen constanten Siedepunkt besitzt, und sichdurch eine eigenthümliche Behandlungsweise in die angegebenen,auö der besagten Einwirkung des Chlors auf Alkohol und Aetherhervorgehenden Produkte fraktionireu läßt, worüber, so wiebezüglich des Verhaltens und der Bildung der einzelnen Sub-stanzen das Nähere aus EhrmannS populärer Chemie, 2. Bd.,S. ?4l> zu entnehmen ist.
Der Salzäthergeist ist dem Gesagten zu Folge als eineAuflösung der sonst als schwerer Salzäther bekannten Mischungin Weingeist anzusehen, dem noch freie Salzsäure, ja selbstEssigsäure anhängt und Essigäther beigemengt enthält, wennsolcher nicht bei schlechter Abkühlung und unvollständiger Ver-kittung der Fugen entwich; von den freien Säuren wird er durchdie Behandlung mit Biitererde befreit, darf aber nicht mit koh-lensaurem Kali oder sonstigen stark basischen Stoffen wie Kalk«.zusammengebracht werden, da die benannten Bestandtheilewesentlich verändert, und dadurch die Mischung des Präparatesabweichend ausfallen würde. — Nicht ohne Grund ist anzuneh»men, daß nach der altern Bereitungsart ein mehr gleichförmigesPräparat erhalten werden könne, da mehrere dessen Bildungmodlficirende Bedingungen wie die gleichzeitige Reaktion de»Schwefelsäure ans den Weingeist ic. wegfallen.
Der Salzäthergeist bildet eine ungefärbte wasserhelle Flüs-
weichende, aus der Einwirkung des Chlors auf Aether hervor»gehende, als Chloräther bezeichnete Verbindungen ; man ^ehe deß-halb Ehrmann's populäre Chemie, 2. Bd., S. 744.