788 —
!f-
Melker 8ulluricu3 , ^spnla viliioli, einfacher Aether,gewöhnlich Schwefeläther*), Vitriol naphta genannt.Zu dessen Darstellung die österreichische Pharmakopoe nach-stehende Vorschrift gibt:
Concentrirte Schwefelsäure 3 Pfund,höchstreftificirter Weingeist 4 Pfund wer-den derart gemischt, daß man erstere nach und nach in letzterenunter beständigem Umrühren einträgt, dann aus einer GlaSre-torte im Snndbade so lange destillirc, als noch Aether übergeht;auf den erkalteten Rückstand wird
desselben Weingeistes 1 Pfund gegossen und wiefrüher destillirt; der durch, auf gleiche Weise wiederholt vorge-nommene Destillationen erhaltenen Flüssigkeit werde so vielgepulverter Kalk undManganhyperoxyd zugesetzt, als zm Neutra-lisation der anhängenden Säure nothwendig; das abgesonderteFluidum mit Zusatz von etwas gebrannter Bittereideund Kohle aus einer Glasretorte bei sehr gelinder Wärmedestillirt, als noch Aether übergeht, dessen spec. Gewicht0,745 sey.
Nachdem man durch mehrseitig angestellte Versuche undgemachte Erfahrungen die Darstellung des Aethers auf eineWeise vervollkommnet hat, die der frühern Bereitungsweisemehrseitigen Vortheiles wegen vorzuziehen ist, und solche deß,halb in die neuern Pharmacopöen aufgenommen worden, auchbereits in den meisten pharmaceutischen Laboratorien befolgtwird, so erscheint es angemessen, das neuere Verfahren vorzugs-weise zu berücksichtigen; diesem gemäß wird in eine starke Glas-flasche zuerst — durch Aufkochen in einem Kolben von flüchtiggasförmigen Beimengungen, so wie überschüssigem Wasser (S.679) befreites, und dann, jener bedeckt, wieder erkaltetes —englisches Viiriolöl gebracht, dazu die vorgeschriebene Menge
*) Da das unter dieser Bezeichnung bisher officinelle Präparat kei>nen Schwefel enthält, so ist solche auch unrichtig und jene alseinfacher Aether mehr sachrichtig, und zwar um so mehr, alser den Gegensah der »och einen Vestandtheil enthaltenden Aether-arttn anzeigt.