Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
643
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

.

643

Fehlerhaft ist die Schwefelwasserstoffe Flüssigkeit überhaupt,wenn sie nicht klar, sondern trübe, gleichsam milchicht ist, einengeringen hepatischen Geruch besitzt, demnach der größte TheilSchwefelwasserstoff zersetzt oder entwiche» ist, in welchem Fallesie in der verdünnten Bleizuckersolution eine geringe oder garkeine Färbung bewirken wird.

Wie gesagt, wird die reine (nicht aus Schwefelfalk be»reitete) Schwefelwasserstoff-Flüssigkeit in angemessenen Gabeninnerlich, so wie äußerlich in mehreren Krankheiten, wie Gicht,Flechten, Merkurialcachen'e « , dann selbst das Gas zu Inha-lationen gebraucht, das man aus Schwefelelsen mit sehr schwa-cher Salzsäure entwickeln und mit atmosphärischer Luft gemengt,in der eiternden Lungensucht :c. einathmen läßt.

Von der künstlichen Schwefelbadesiüssigkeit war schon S.444 die Rede.

ttt. ^oiäuiu lactiouiu.

Milchsäure.Bereits S. 204 wurde die Darstellung der Milchsäureaus Kuhmilch und Milchzucker angegeben, wie auch im 7. Heftedes Neuesten, S. 111, die Vereitung aus dem Safte der Runkel-rüben und der Kleie erörtert; außer diesen läßt sich noch mitVortheil aus dem ordinären gelben Zucker Milchsäure darstellen,indem mc>n solchen in 20 25 Theilen warmen Wasser auflösetdemselben ö s pCt. gewöhnlichen, mit etwas Wasser gut an-gerührten, aus Kuhmilch abgeschiedenen Käse oder auch Kälber»laab zuseht, und in einem Glas- oder Steingutgefäße an einemmöglichst gleichwarmen Orte einer Temperatur von -^ 25° N.oder etwas darüber mehrere Wochen hindurch ausseht, wo jenach Umständen binnen 8 oder 14 Tagen eine merkliche Gas-entwicklung wahrnehmbar, und in dessen Folge die Flüssig-keit auch sauer wird, daher mau von Zeit zu Zeit reine ge-schlemmte Kreide einrührt, um die gebildete Säure fast zu neu-tralisiren, wenn kein vermehrtes Sauerwerden mehr wahrzuneh-men, was meist nach Verlauf von 2 Monaten und darüber derFall, während welchem auch das verdampfte Wasser und um somehr zu ersetzen ist, wenn das Fluidum eine dickliche Consistenzwegen vermehrter Menge des neugebildeten Salzes annimmt,

41*

I