Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
619
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

619

ren, Artikel: »Selterwasser künstliches«, beschrieben und abge-bildet zu finden sind.

Das kohlensäurehältige Wasser ist ungefärbt, besitzt einensäuerlichen, sogenannten prickelnden, erfrischenden Geschmack,und verändert das blaue Lakmuspapier in Roth, welche Reak-tion mit Entweichen der Kohlensäure wieder verschwindet; deratmosphärischen Luft ausgesät, wird Kohlensäure in dem Ver-haltnisse entbunden, als das Wasser Luft absorbirt; schnellerwird dieselbe abgeschieden, wenn man die Flüssigkeit erwärmt;war von jener ein mehrfaches Volumen vorhanden, so findet dieEntwicklung derselben unter Aufschäumen (Moussiren) Statt.

Werden zuvor im Wasser mehrere Salze aufgelöst, eheman solches mit Kohlensäure imprägnirt, so erhält man diesogenannten künstlichen Mineralwässer, die ehemals häusigerwie gegenwärtig als Arzneimittel angewendet wurden, nachdemman jetzt mehr von der Ueberzeugung ausgeht, daß die künstlichbereiteten Mischungen in der Zusammensetzung und somit auchin der Wirkung keineswegs mit den natürlichen Produkten über»einkommen, weßhalb nur in einigen Fällen noch, wo es nämlichdarauf ankommt, gewisse Salze in bestimmter Menge in Anwen-dung zu bringen, der Apotheker veranlaßt wird, dergleichen Fakti«tia darzustellen, wozu meist doppelt kohlensaures Kali oder Natron,eine Säure oder saures Salz nebst anderen Zusähen angewendetwerden. Bringt man demnach in eine Flasche, die genau einPfund reines destillirteö Wasser enthält, dem 70 Gran verdünnteSalzsäure von 1,070 spee. Gewicht zugemischt worden, 25 Gr. tro»ckenes doppelt kohlensaures Natron, verstopft solche sehr gut undläßt alles unter vorsichtigem Umschütteln ruhig stehen, so werdenbei 13 Gran 26,3 Wiener Kubikzoll Kohlensäure frei, undbei 18 Gran Kochsalz gebildet, was ein sogenanntes künstlichesSelters wasser (H^u» zeltergn» srtilioisliz) darstellt, wozues jedoch mehrere Vorschriften gibt, die sowohl quantitativ alsqualitativ von einander abweichen, so wird nach einigen derselbennoch Magnesia allein, nach anderen auch kohlensaurer Kalk demWasser zugesetzt, welche sich dann in der frei werdenden Kohlen-säure auflösen; ein Näheres ist aus Soubeiran's Anleitungzur Verfertigung künstlicher Mineralwässer zu entnehmen, wieauch in der riiarm. zallici» Vorschriften zur Darstellung dersel»

^'