Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
616
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

616

holtheile abzuscheiden gleichfalls, wie oben angegeben, durchWasser in einer zweiten Flasche befindlich, hindurch geleitet, ge-reiniget, die gegohrene Flüssigkeit aber in offenen Gefäßen aneinem warmen Orte stehen gelassen, auf guten, zu pharmaceuti-schen Zwecken geeigneten Essig benutzt werden kann.

Die Kohlensaure im isolirtcn Zustande bildet ein farbenlo-fes GaS, das jedoch durch starke Compression in liquiden, unddurch ein eigenes Verfahren (populäre Chemie, S. 411) in denfesten Zustand übergeht, einen schwach stechenden Geruch undgleichen säuerlichen Geschmack besitzt, I'/a Mal dichter, alsdie atmosphärische Luft, zum Athmen und Verbrennen untaug-lich, auch nicht selbst brennbar ist; vom Wasser wird, je nachdessen Temperatur, durch einfache Absorbtion ein gleiches Volu-men, oder auch durch mehr Compression einige Raumtheile, soauch von anderen Flüssigkeiten aufgenommen, das mit mehre-ren Basen durch andere Säuren leicht zersetzbare Verbindungeneingeht.

Die gasförmige Kohlensäure wird mit atmosphäri-scher Luft gemengt unter den gehörigen Vorsichten zum Einaty-men in mehreren Arten kl,ltnziz angewendet, zu welchem Zweckeman solche in die Zimmer, worinnen d,eLungensüchtigen sich auf-halten , biö zu einem gewissen Grade ausströmen laßt, oder auchals Gasbad in den angegebenen, wie auch in Hautkrankheiten,rheumatischen Leiden:e. angewendet, wozu ein eigener Kastennöthig, in welchen der Kranke sich stellt, aber der Kopf außerdiesem sich befindet, wie auch sonst das unmittelbare Einathmendes Gases verhindert werden muß (man sehe Vogt, Pharma-kodynamik, 2. Bd., S. 35), und zu diesem Zwecke besagteSäure unmittelbar aus Kreide :c. entwickelt, oder das früher inFlaschen (S. 615) gesammelte Gas ausströmen läßt, daö manbeschleuniget, wenn in solche Wasser gegossen, oder durch eineVorrichtung eingeleitet wird, welches die in solcher befindlichegasförmige Kohlensaure austreibt.

Daß Kohlensäure im Momente des Freiwerdens aus sal-zigen Verbindungen medicinische Anwendung findet, ist schonS. 489, 521 und 569 bemerkt, insbesondere mehrere Magi-stralformeln unter der Rubrik: kohlensaures Eisenorndul, koh-lensaures Kali, Natron und Bittererde angegeben worden, in