579 —
Dieses in neueren Zeiten als Arzneimittel empfohlene Prä«parat wird nach der rligi-m. ßallio. nachstehender Weise bärge»stellt: Kohlensaures Natron 8 Theile, werden in
destillieren, Wasser 15 The,le aufgelöst, derSolution Schw efelblumen zugemengt, in eine geräumigeW ou lfe'sche Flasche gebracht, und in solche die, bei Einwirkungdes Vitriolöles auf Kupfer oder Quecksilber (wie schon S. Ilsund 232 darauf hingedeutet) sich entwickelnde schwefeligeSaure als solche noch aufgenommen wird, eingeleitet; wornachman das Fluidum noch eine Zeit lang unter öfterem Umschüttelnin Digestion stellt, darauf filtrirt, bei mäßiger Wärme abdampftund zum Krpstallisiren bringt, das erhaltene Salz in wohl zuverschließenden Gefäßen oorräthig hält.
Der Erfolg bei Einwirkung der schwefeligen Säure aufdas, Schwefel beigemengt enthaltende kohlensaure Natron be»steht darin, daß jene noch einen Antheil Schwefel aufnehmend,in unterschwefelige Saure übergeht, die sich gleichzeitig mit demNatron unter Ausscheidung der Kohlensäure verbindet; eineHauptsache hierbei ist, daß man den Schwefel zuerst mit einergeringen Menge der Sodaaustösnng genau verreibt, damit sol-cher nicht fast gänzlich oben anschwimmt, dann daß die Gas-entwicklung nicht zu heftig, aber auch nicht zu langsam Stattfinde, endlich daß man das Abdampfen der Flüssigkeit nicht indie Länge zieht, nm den nachtheiligen Einfluß der atmosphäri-schen Lust hintanzuhalten. — Man kann sich zwar auch zuerstflüssiges schwefeligsaures Natron durch Einleiten der bezüglichenSäure in die Sodaaufiösung bereiten, und dieses dann mitSchwefel kochen u. f. w., wo jene letzteren aufnehmend, gleich-falls in unterschwefelige Säure übergehend, mit dem Natrondas in Rede stehende Salz bildet; doch ist es vorzuziehen, gleichbeide Operationen in einem vorzunehmen.
Sooft bildet sich dasselbe Salz, wenn man flüssiges hydrothiou-saures Natron (siehe unter »-) längere Zeit hindurch der atmosphärischenLuft, bis kein Hydrothiongeruch mehr wahrzunehmen, ausseht, wo derSchwefel aus solcher Sauerstoff aufnehmend, gleichfalls in unterschwe-felige Saure übergeht und sich dann mit dem Natron verbindet; oderin selbe schwefelige Säure bis zur (5'ntfärbung einleitet; weiters wennman 12 Theile krystallisirtes kohlensaures Natron mit 5 Theilen Schwe»felblumen in einer Porzellanschale bis zu dem Punkte erhitzt, wobei der
37*