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Anwendung findet, und vorschriftsmäßig nachstehender Weise zubereiten ist:
Weiße kohlensaure Magnesia eine beliebigeMenge, werde in einem bedeckten Schmelzeiegel bei starkemFeuer zwei Stunden hindurch geglüht, und die lückbleibendeBittererde nach dem Erkalten in einem wohlzuverschließendenGlasgcfäße aufbewahrt.
Zu bemerken ist: Die zum Brennen bestimmte Magnesiamuß rein, insbesondere falkfrei feyn, nicht zu Pulver zerrieben,sondern nur i» kleine Stücke zerbrochen angewendet werden, mitwelcher man einen reinen, zu keinem andern Zwecke verwende-ten hessischen Tiegel— statt welchem man auch einen gut ausge-waschenen, dann wieder erhitzten, ungebrauchten, unglasirtenTopf nehmen kann — bis auf V4 voll mäßig eingedrücktanfüllt, einen passenden Deckel mit Draht befestiget, die Fugenmittelst Lehm bis auf eine Stelle, wo eineOeffnung gelassen wird,verstreicht, dann solchen auf ein Ziegelstück gestellt, in einengut zieheudeu Windofen, besser aber in einen eigenen Calcinir-ofen bringt, und allmälig verstärktes bis zum starken Roihglühengesteigertes Feuer so lange unterhält, bis eine aus der Mittedes Tiegels herausgenommene Probe mit Wasser angerührt aufzugesetzte verdünnte Schwefelsäure kein Aufbrausen wahrzuneh-men, wornach man das Feuer ausgehen läßt, nach dem Erkal-ten die geglühte Magnesia schnell zerreibt, durch ein Drahtsiebabsondert, und in Glasstaschen, solche gut verstopft, aufbewahrt.
Erklärung. Die Magnesia besteht, wie weiterhin er»örtert, aus Bittererde, Kohlensäure und Wasser, welch beideletztere durch das vorgeschriebene Erhitzen auszutreiben beabsich-tiget wird, so daß erstere rein zurückbleiben soll; jedoch der Er-folg ist zum Theil von dem angewendeten Temperaturgrade,zum Theil von der Beschaffenheit der Magnesia selbst abhängig.Pulverige Magnesia ist ungemein schwierig zu brenuen, indemselbe während dem Glühen sich stark, gleichsam wallend bewegtund so keine gleichförmig anhaltende Erhitzung Stall findet;weßhalb solche in mittelgroße Stücke zerbrochen, und diese mäßigeingedrückt am sichersten vollkommen durchgeglüht w,rd; ange-feuchtete Magnesia wird aus der S. 423 angegebenen Ursacheschneller lohlensäurefrei, doch ist das Präparat um so mehr dicht
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