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Quecksilberoryd 2 Unzen zusetzt, und dessenAuflösung durch Schütteln zu bewerkstelligen trachtet; ist solchesgeschehen, oder wird nichts mehr aufgelöst, so wird das Fluidumfiltrirt, die zurückbehaltene flüssige Blausäure zugesetzt, unddurch Abdampfen, wie vorhin beschrieben, zum Krystallisirengebracht.
Erklärung. Nimmt man an, das Pariserblau (S.I92)sen Eisencyanürcyanid, und wird dieses mit Quecksilberoryd zu-sammengebracht, so findet ein Austausch der Bestandtheile Statt,indem der Sauerstoff des letzteren an das Eisen übergeht, damitproportional unlösliches Eisenoryduloryd bildend, während dasfämmtliche Cyan sich mit dem Quecksilber verbindet und damitMercurcyanid darstellt, das in Wasser sich auflöset und nach demVerdunsten desselben krystallisirt. — Sieht man aber das Pa-riserblau als ferrocyanwasserstoffsaures Eisenoryd an, so ent-zieht das Quecksilberoryd solchem fämmtliche Blausäure, damitanfangs cyanwasserstoffsaures Mereuroryd darstellend, das aberwährend dem Verdampfen in Wasser und Quecksilbercyanid, dassich herauskrystallisirt, zerfällt, das während vorbesagter Reaktionhervorgegangene Eisenoryduloryd aber abgeschieden wird. — Je-doch das ganze Pariserblau wird hierbei nicht zersetzt, daher derbraune Rückstand keineswegs reines Eisenoryduloryd ist, sonder»noch obgedachte Verbindung enthält, wie schon daraus zu ent-nehmen, daß, wenn man solchen mit verdünnter Salzsäure dige-rirt, der unaufgelöste Antheil wieder die blaue Farbe annimmt,außerdem läßt sich solches auch aus der stöchiometrischen Be-rechnung entnehmen, denn 3 Theile Quecksilberoryd würden,wenn die Zersetzung vollständig vor sich ginge, nur 1,65 desElsencyanürcyanids erfordern, um hieraus 0,724 Cyan zu entneh-men, welches mit 2,78 in 3 Theilen Quecksilberoryd enthaltendenMercnr 3,5 Quecksilbercyanid bilden, welche Quantität Produktaber uie erhalten wird, besonders weil das Auslaugen der sichabscheidenden Eisenmasse ungemein schwierig, daher in der Regelunullllständig Statt findet; denn wenn man auch zwanzigmalWasser aufgießt, so wird man doch wahrnehmen, daß das ab-fließende Fluidum (siehe S. 246 die Note) noch immer metallischschmeckt, daher man, um licht zu viel sehr verdünnte Solutionzu bekommen, welche ein langwieriges Verdampfen erfordert,