Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
281
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

281 -

destillirtem Waffer, als zur gänzlichen Auflösung der abgeschie»denen Verbindung nöthig, bis zum Sieden erhitzt, die Flüssig,keit noch heiß in ein Glas- oder Porzellangefaß filtrirt, dannsolches an einen kühlen Orte gestellt, der Bildung von Krystallenüberläßt, das über selben befindliche Fluidum abgießt, durchAbdampfen concentrirt, abermals dem Erkalten überläßt undso weiter verfahrt, als noch ein farbenloses Salz sich bildet, dasgesammelt, auf weißem Fließpapier getrocknet, »nd dann aufbe-wahrt wird.

Erklärung. Brom und Quecksilber zusammengebracht,verbinden sich unmittelbar mit großer Heftigkeit, sohl» unterLicht und Wärmeentwicklung; um daher diese energische Reak-tion zu mäßigen, seht man Wasser hinzu, unter dessen Gegen-wart die gegenseitige Vereinigung langsamer vor sich geht, inwelchem Verhältnisse auch die rothe Farbe der Flüssigkeit sichimmer mehr verliert; sollte demnach nach stattgefundener Ent-färbung noch Quecksilber oder vielmehr ein graues Pulver vor-handen seyn, so muß noch eine Quantität Brom zugesetzt werden;das nachfolgende Erhitzen mit Zusatz von Wasser hat den Zweck,die abgeschiedene Verbindung aufzulösen, und sie nach dem Er-kalten der Solution krnstallisirt zu erhalten; der in der Mutter-lauge befindliche Antheil des Salzes läßt sich durch Concentrirenderselben und neuerliches ruhiges Ablagern im gleichen Znstandedarstellen.

Sonst bildet sich analoger Weise wie Aehsublimat (S. 232)Quecksilberbromid, wenn man schwefelsaures Mercuroryd mitKaliumbromid einer Sublimation unterwirft, oder wenn man216 Theile Quecksilberoryd in hinreichender Menge verdünnterSalpetersäure auflöset, dazu 240 Theile Kaliumbromid hinzusetzt,zur Trockenheit abdampft, dann die erhaltene Salzmasse mithöchstrektificirtem Weingeist erhitzt, wo das durch gegenseitigenAustausch derBestanotheile aus den zusammengebrachten Salzenhervorgegangene Quecksilberbromid sich auflöset, nicht aber dergebildete Salpeter; daher nach dem Erkalten der alkoholischenSolution großen Theils, der übrige Antheil des Bromids abernach Abdestilliruug deö Weingeistes krnstallisirt erhalten wird,Dasselbe besteht aus: