Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
228
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

228

l»^l

>?!«

zu heftig Statt finde vornimmt, «nd so lange fortsetzt, biseine trockene Salzmaffe zurückbleibt, die man, um mehr Produktzu erhalten, in einer gläsernen oder porzellanenen Reibschale miteben so viel Quecksilber, als man zur Auflösung angewendet hat,so lange zusammeureibt, bis keine Metallkügelchen mehr zu be-merken, welches Gemenge in einen Kolben gebracht, weiterSwie oben angegeben behandelt wird.

Erklärung. Obgleich sich Quecksilber unmittelbar aufKosten des Sauerstoffes der atmosphärischen Luft oindireu undin Oryd umwandeln läßt, welche Methode einige der alternPharmacopöen noch vorschreiben und nach dem Berichte desProf. Heinrich Rose über "das Medicinalwesen in England(Annalen der Pharm. 21. Bd., S. 834) auch in der Apotheker-Halle in London noch immer befolgt wird, indem Quecksilber invielen Kolben mit flachem Boden uud mehrere Fuß langen engemHalse, der leicht mit Papier bedeckt ist, in einem Sandbade8 bis 12 Monate hindurch erhitzt wird, welches so erhaltene Oxydunter der Bezeichnung: Nereuriu« ^r2eei^it»tuz per 8e, ^ro»>num oor»lliuuln, mehr als nach dem jetzt allgemeinen Verfahrendargestellt, geschätzt, und daher viel theurer bezahlt wird: sowird dieses Verfahren in den deutschen Laboratorien kaum mehrausgeführt, eben da selbes langwierig und bezüglich der Mengedes nöthigen Brennmaterials sehr kostspielig ist, weßhalb man dieOxydation des Quecksilbers durch Salpetersäure bewirkt.

Läßt man auf besagtes Metall sehr verdünnte SalpetersäureohneWärmeeinwirken, so bildet sich,wie weiterhin (Rubrik^) näherbeschriebe», unter Entwicklung von Stickstosfoindul salpetersauresOuecksilberoxndul, das sich größtentheils krnstallinisch abscheidet,während eine saure dergleichen Verbindung aufgelöst bleibt, diemit Zusatz von Quecksilber abgedampft zu demselben Zwecke be-nützt werden kann; wird sonach daß erhaltene Salz, wie ange-geben, einer höhern Temperatur ausgesetzt, so wird die in solchereinen Bestandtheil ausmachende Salpetersäure zersetzt, und zwarentwickelt sich salpetrige Säure in Form von rothen Dämpfen,wahrend gleichzeitig das Oxydul durch Aufnahme von Sauerstoffvon jener in Ornd übergeht, das meist nebst einem Antheil basischenQuecksilbernitrats im Rückstande bleibt, was die nachfolgendeBehandlung mit heißem Waffer erheischt, wodurch solches nach